27.03.2026

Trainingsbedarf wächst. Kapazität nicht.

Omnora-CEO Sebastian Walker über die stille Krise in L&D und warum jede Wissensquelle ein Training sein kann.

Sebastian Walker

Herr Walker, L&D-Teams stehen gerade unter erheblichem Druck. Was beobachten Sie bei Ihren Kunden?

Walker: Dass Schulungsanfragen schneller wachsen als die Kapazität, sie zu beantworten. L&D-Teams werden als interne Content-Dienstleister für das gesamte Unternehmen gesehen – von Onboarding über Produkttrainings bis hin zu Führungskräfteentwicklung. Gleichzeitig sind die Teams gleich groß geblieben. Was wir bei über 650 Kunden sehen: Der Engpass liegt selten am fehlenden Wissen im Unternehmen. Er liegt am Weg, dieses Wissen in ein verwendbares Training zu überführen.

Warum geraten klassische Produktionsmethoden dabei an ihre Grenzen?

Weil sie an L&D als zentralen Flaschenhals gebunden sind. Jede Schulung läuft durch dasselbe Team: Skripterstellung, Aufnahme, Schnitt, Review, Übersetzung. Eine Stunde eLearning kostet extern bis zu 40.000 Euro und Wochen an Vorlaufzeit. Das war schon vor der Compliance-Welle schwerfällig. Heute ist es schlicht kein tragfähiges Modell mehr.

Wo liegt aus Ihrer Sicht der Ausweg?

Im Wissen, das ohnehin vorhanden ist. Es steckt in den Köpfen von Fachexperten, in PowerPoints und PDFs, in internen Prozessbeschreibungen. Der Engpass ist nicht das Wissen selbst, sondern der Weg vom Wissen zum fertigen Training. Verkürzt man diesen Weg konsequent, verändert sich grundlegend, wie L&D arbeitet: Fachbereiche liefern das Wissen, die KI übernimmt Strukturierung und Produktion, L&D prüft und gibt frei.

Wie sieht das konkret aus?

Es gibt im Wesentlichen drei Ausgangspunkte. Erstens das strukturierte KI-Interview: Ein Fachexperte beantwortet Fragen und fertig ist das Training. Kein Skript, keine Kamera, kein Folienbasteln. Die KI erzeugt daraus automatisch ein Videotraining mit Slides und Quiz. Zweitens: Vorhandene Dokumente wie PDFs, PowerPoints & Handbücher werden direkt hochgeladen und in Kurse überführt. Drittens: Textquellen wie SOPs oder Wiki-Einträge werden als Input verwendet. In allen drei Fällen entstehen SCORM-fähige Trainings in Stunden statt Wochen, international ausgerollt.

Was verändert sich dadurch strategisch für L&D?

L&D hört auf, operativer Engpass zu sein und wird zur steuernden Instanz. Das ist mehr als ein Effizienzgewinn. Es verändert, was L&D innerhalb einer Organisation leisten und beweisen kann. Genau darin liegt aus meiner Sicht die eigentliche Chance.

Sebastian Walker ist Gründer und CEO von Omnora. Das Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern für die Sicherung, Identifizierung und den Austausch von Wissen und Informationen innerhalb von Unternehmen. Mehr als 650 Unternehmen nutzen bereits die Omnora-Software für Corporate Learning und Intelligence Management.

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