News Themenbereich Schule

2018-03-23
Die Zukunft der Schule – Ein Rückblick und Ausblick auf school@LEARNTEC
In der Maker's Arena wurde eifrig über die Schule der Zukunft diskutiert
In der Maker's Arena wurde eifrig über die Schule der Zukunft diskutiert

Drei Tage volles Programm in vier parallelen Themenpanels, der Maker’s Arena und auf der Diskussionsbühne; mit insgesamt fast 50 Referenten; mehr als 80 Ausstellern, die Lösungen für die digitale Ausstattung der Schulen präsentierten; einem Stand des Kultusministeriums Baden-Württemberg, an dem sich Schulen über die Strategie und Maßnahmen des Landes für Bildung im digitalen Zeitalter informieren konnten und interessierte Schulleiter, Schulträger sowie Pädagogen aus dem ganzen Bundesgebiet.

„Die LEARNTEC habe ich als perfekten Austauschort zum Thema digitale Bildung erlebt. Als Teilnehmer des Forums school@LEARNTEC konnte ich erleben, wie sich höchst interessierte Menschen, aus Schule, Verwaltung und Wirtschaft treffen, um über die Zukunft der (Schul-)Bildung zu diskutieren. Als (Erst-)Aussteller war ich überrascht über das große Interesse der Besucher am Thema digitale Medien und das Fachwissen in diesem Bereich. Aus diesem Grund freue ich mich schon jetzt auf die nächste LEARNTEC!“ So das Fazit von Christian Hanster, Geschäftsführung der endoo GmbH & Co. KG aus Münster.

Die offene – und zum Vorjahr nochmals erweiterte – Lernlandschaft bot den inspirierenden Rahmen, Erfahrungen und Konzepte nicht nur zu konsumieren, sondern gemeinsam Bildung im digitalen Zeitalter zu gestalten.

„Wir bei INNOKI begreifen die (Bildungs-)Welt als veränderbar und gestalten gemeinsam mit Lehrenden die Zukunft der Bildung nutzergerecht in verschiedenen Formaten. Auf der LEARNTEC hatte ich die Chance, das Thema Design Thinking in der Schule mit verschiedenen Akteuren aus der Bildungslandschaft zu betrachten. Die Maker’s Arena war – abseits der großen Bühnen – dafür genau die richtige Umgebung!“ (Lea Feldhaus | Mitgründerin und InnovationsCoach, INNOKI – Innovationsentwicklung & Zukunftswerkstatt, Berlin).

Erstmals fand die LEARNTEC in zwei Hallen statt, mit über 10.000 Besuchern kamen 25% mehr als im Jahr zuvor – Ausdruck von der Bedeutung der Digitalisierung für den Bildungsbereich und davon, dass sich die LEARNTEC als die Leitmesse für digitales Lernen etabliert hat. Der Bereich Schule hat als dritte Säule, neben Beruf und Hochschule dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet.

„Die Teilnahme am Forum school@LEARNTEC hat unsere Erwartungen übertroffen. Das Angebot an Workshops, Vorträgen, Medienkompetenztag und Ausstellern von Firmen, Bildungsinitiativen und Administrativen Einrichtungen des Landes Baden-Württembergs rund um das Thema digitales Lernen / digitaler Bildung trifft den Puls der Zeit und das Interesse der Messebesucher. Wir konnten unsere Zielgruppe aus allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, sowie im Rahmen der betrieblichen Ausbildung sehr gut erreichen.“ (Stefan Ginthum, Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG, Rheine)

Das Forum school@LEARNTEC
Das Forum school@LEARNTEC 2018

Wie sehr der Bildungsbereich im Umbruch ist und in Schulen nach neuen Konzepten für das Lernen in einer digitalisierten Welt gesucht wird, wurde an den Beiträgen der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) deutlich. An dieser Diskussion auf der LEARNTEC 2018 beteiligten sich Studenten aus den Studiengängen „Bibliotheks- und Informationsmanagement“ und „Informationsdesign“ mit Beiträgen zu den Themen*:

Innovative Lernräume

Die von den Studierenden entwickelten Raumkonzepte machten deutlich, dass eine flexible und innovative Ausstattung die Voraussetzung dafür ist, dass sich Lernräume unter verschiedensten pädagogischen Konzepten angemessen problemlos und schnell anpassen lassen. Die Messebesucherinnen und -besucher waren beeindruckt von den Ideen und nutzten die Gesprächsmöglichkeiten mit den Studierenden intensiv.

(Mobiles) Lernen im 21. Jahrhundert

Die sogenannten 21st Century Skills erfordern eine Veränderung didaktischer Zugänge. Von Studierenden wurde ein Kartenset entwickelt, das Anreiz für Diskussionen darüber schaffen sollte, welche Herausforderungen sich für Schule im 21. Jahrhundert ergeben. Die Frage nach der Erweiterung der Möglichkeiten des Unterrichts mithilfe von mobilen Technologien sowie Augmented Reality und Virtual Reality wurden anhand konkreter Beispiele präsentiert.

Lernmedien der Zukunft

Wie sehen Lernmedien der Zukunft aus und wie können diese adaptiv gestaltet werden? Zur Beantwortung dieser Frage entwickelten Studierende ein E-Book, das sich adaptiv an das Vorwissen der Lernenden anpasst. Dieser Zugang öffnet den Blick für Optionen eines Umdenkens im Bildungsbereich. Dies zeigte sich auch bei den intensiven Diskussionen mit den Messebesucherinnen und -besuchern.

Prof. Dr. Richard Stang, der zusammen mit Prof. Dr. Frank Thissen die Studierenden beraten hat, sieht in den Ideen der Studierenden veränderte Perspektiven: „Bei den Projekten der Studierenden zeigt sich, wie wichtig es ist, die teilweise sehr stromlinienförmige Diskussion über die Zukunft des Lernens gegen den Strich zu bürsten. Technologien können beim Lernen helfen, aber das Lernen findet noch immer in den Köpfen der Menschen statt. Es bedarf veränderter Zugänge, wenn wir das Lernen im 21. Jahrhundert für die Menschen gestalten wollen.“

Auf die Bedeutung von Emotionen in Lernprozessen verweist Prof. Dr. Frank Thissen: „Unsere Studierenden haben mit Begeisterung an den Themen gearbeitet und es hat sich gezeigt, dass diese Begeisterung auch auf die Besucherinnen und Besucher übergesprungen ist. So sollte Lernen funktionieren. Mobile Medien können dies unterstützen, wenn diese als kreatives Werkzeug eingesetzt werden und nicht als reine Informations- und Dokumentationsmedien.“

Die kommende LEARNTEC findet vom 29. bis 31. Januar 2019 statt. Dann heißt es wieder „school@LEARNTEC reloaded“ – thematische Schwerpunkte, die sich bereits jetzt abzeichnen: Schul-Clouds, Digitalisierung und Möbel und Demokratiebildung und Digitale Bildung. Geplant ist außerdem eine Diskussionsrunde mit internationalen Bildungsexperten zur Transformation von Schule.

Wir freuen uns auf Sie!

*Projektteam der HdM:

Fromuth Camby, Monia Sabine Girstl, Alena Hadanovic, Karolin Hilbrich, Marc Hofmann, Jaakko Kneissl, Mareike Kreissl, Fabiane Luz, Kathrin Maier, Norina Müller, Tessa Niedermaier, David Palmer, Désirée Rusterholz, Sina Salzmann, Carolin Schenk, Isabo Schick, Andreas Schreiner, Ellen Schröders, Holger Sieß, Sabine Watke, Sabrina Ziegler

Betreuung: Miriam Becker, Christian Kunz, Prof. Dr. Richard Stang, Prof. Dr. Frank Thissen

www.learning-research.center

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2018-02-23
Phänomene der Digitalisierung

Als Professor für Didaktik der Informatik an der Universität Duisburg-Essen und Mitinitiator der Dagstuhl Erklärung untersucht er Phänomene der Digitalisierung aus unterschiedlichen Perspektiven und entwickelt Modelle und Methoden für ihre Behandlung im schulischen Kontext.

Der kurze Video-Zusammenschnitt vermittelt Ihnen einen Eindruck seiner Arbeit:

Prof. Torsten Brinda war einer der Diskutanten der Gesprächsrunde „Phänomene einer digitalisierten Gesellschaft – Didaktik 4.0?“ im Rahmen des Forums school@LEARNTEC 2018.

Die LEARNTEC 2019 findet vom 29. - 31. Januar statt. Dann können Sie wieder live dabei sein im Forum school@LEARNTEC. Wir freuen uns auf Sie.

2018-02-15
Augmented Reality in der Schule

Mit AR angereicherte Schulbücher und Arbeitshefte ermöglichen nachhaltiges Lernen. Jedes gedruckte Papier oder Objekt kann über die Areeka App von Amlogy mit dem dazugehörenden digitalen Inhalt zum Leben erweckt werden.

Die Areeka Technologie ermöglicht es zum Beispiel, Phänomene wie Sonnenfinsternis oder Mondphasen auf Smartphones zum Leben zu erwecken. So werden alle drei Lerntypen, der visuelle, der auditive und der haptische, unterstützt.

Das Video zeigt, wie die Workshop Teilnehmer erste Erfahrungen mit AR machen. Außerdem erklärt Arkadi in einem kurzen Interview die Möglichkeiten von AR in der Schule:

Die LEARNTEC 2019 findet vom 29. - 31. Januar in der Messe Karlsruhe statt. Dann können Sie wieder live dabei sein im Forum school@LEARNTEC. Wir freuen uns auf Sie.

2018-02-09
school@LEARNTEC 2018 – ein Rückblick in Bildern

Mehr als 10.000 Fachbesucher (2017: über 7.500 Besucher) und damit mehr als je zuvor kamen vom 30. Januar bis zum 1. Februar in die Karlsruher Messehallen, um sich bei 302 Ausstellern (2017: 257 Aussteller) und im hochkarätig besetzten Kongress über die aktuellen Trends und zukünftigen Entwicklungen in der digitalen Bildung zu informieren und auszutauschen.

Zum Erfolg der LEARNTEC hat der Bereich Schule mit etwa 40 Workshops und Vorträgen beigetragen. Das Forum wurde erneut als offene Lernlandschaft mit der Hochschule der Medien und VS Möbel gestaltet. Erstmalig fanden in der neu geschaffenen Maker‘s Arena Workshops zu 3D-Druckern, Robotik, Coding und DesignThinking statt.

Das etwa dreieinhalb minütige Video zeigt die offene Lernlandschaft und wie das Raumkonzept und das Programm von den Besucherinnen und Besuchern angenommen wurde.

schoo@LEARNTEC 2018 – ein Rückblick in Bildern
schoo@LEARNTEC 2018 – ein Rückblick in Bildern

Die LEARNTEC 2019 findet vom 29. - 31. Januar 2019 statt. Dann können Sie live dabei sein im Forum school@LEARNTEC. Wir freuen uns auf Sie.

2018-01-19
+ HdM-Studierende präsentieren Semesterarbeiten + Neu dabei: Showcase Digitale Schulprojekte +

Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) präsentieren auch im Rahmen der LEARNTEC 2018 wieder ihre Projekte aus dem Wintersemester 2017/18. In den drei Workshops geht es um innovative Lernräume, das Lernen im 21.Jahrhundert und die Lernmedien der Zukunft. Auf einer Sonderschaufläche „Showcase digitale Schulprojekte“ informieren Initiativen und Projekte aus Karlsruhe über ihre Arbeit.

Hochschule der Medien (Programm)

Dienstag, 30.01.2018, 14.00 - 17.00 Uhr, Panel A

Innovative Lernräume

Durchführung: Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart

Betreuung: Prof. Dr. Frank Thissen / Prof. Dr. Richard Stang (Learning Research Center der Hochschule der Medien Stuttgart)

In Schulen und Bildungseinrichtungen rückt die Gestaltung der physischen Lernumgebung zunehmend in den Fokus. Eine flexible und innovative Ausstattung ist Voraussetzung dafür, dass sich Lernräume unter verschiedensten pädagogischen Konzepten angemessen, problemlos und schnell anpassen lassen. Zudem kann durch die Gestaltung des Lernraums Konzentration und Motivation ebenso gefördert werden wie Kreativität und Kollaboration.

Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) stellen ein Raumkonzept vor, das auf die individuellen Lernbedürfnisse von Schülerinnen und Schülern abgestimmt ist. Dies soll exemplarisch am Beispiel des Ferdinand-Porsche-Gymnasiums in Stuttgart-Zuffenhausen gezeigt werden.

Vision: Präsentation einer Vision einer modernen Lernwelt.

Möbel-Übersicht: Geeignete Möbel werden in Form eines Kataloges präsentiert.

Modell: Anhand eines dreidimensionalen Miniatur-Modells haben die Messebesucher die Möglichkeit, ein Konzept für innovative Lernräume kennenzulernen.

Rauminszenierung: An einer Magnettafel können die Besucher ihre eigene Lernwelt gestalten.

Mittwoch, 31.01.2018, 14.00 - 17.00 Uhr, Panel D

(Mobiles) Lernen im 21. Jahrhundert

Durchführung: Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart

Betreuung: Prof. Dr. Frank Thissen / Prof. Dr. Richard Stang (Learning Research Center der Hochschule der Medien Stuttgart)

Welche Möglichkeiten können Lehrende und Lernende nutzen, um Lernprozesse zu optimieren und wie können moderne Entwicklungen in den Schulalltag integriert werden?

Während früher nur an physischen Orten wie Klassenzimmern gelernt wurde, ist Lernen heute durch viele technische Innovationen fast überall möglich. Doch wie sieht das mobile Lernen im 21. Jahrhundert tatsächlich aus und wie lassen sich hier zukunftsweisende Technologien wie Augmented Reality sinnvoll anwenden?

Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) stellen sowohl Zukunftsvisionen als auch konkrete Ideen vor, die bereits heute in der Schule umgesetzt werden können.

Spiel: Auf interaktive und spielerische Weise wird eine Diskussion angeregt, wie die Schule der Zukunft aussehen könnte. Dabei werden nicht nur aktuelle und moderne Lern- und Lehransätze betrachtet, sondern auch wie die 21st Century Skills gefördert werden können.

Augmented Reality in öffentlichen Verkehrsmitteln: Erleben Sie eine Zugfahrt der etwas anderen Art. Durch Augmented Reality lässt sich die Realität, die man durch die Zugfenster sieht, mit virtuellen Informationen und Objekten verändern und ergänzen. Werden Sie selbst aktiv und erleben Sie die einfache Handhabung von Augmented Reality. Sehen Sie die Landschaft mit anderen Augen, machen Sie eine Zeitreise und teilen Sie ihr Lernerlebnis mit anderen.

Augmented Reality in der Schule: Wie lassen sich die Visionen aus dem Konzept der Zugfahrt in die konkrete Arbeit in der Schule übertragen? Kommen Sie mit uns ins Gespräch und bringen Sie ihre eigenen Ideen ein. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise über ein fiktives Schulgelände, wobei Sie die zahlreichen Möglichkeiten der Aufbereitung von Lerninhalten mit Augmented Reality entdecken können.

Donnerstag, 01.02.2018, 10.00 - 13.00 Uhr, Panel A

Lernmedien der Zukunft

Durchführung: Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart

Betreuung: Prof. Dr. Frank Thissen / Prof. Dr. Richard Stang (Learning Research Center der Hochschule der Medien Stuttgart)

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche wird auch die Gestaltung von Lernmedien in Zukunft veränderte Konzepte erfordern. Die Frage, ob es noch altersspezifische Lernmedien geben muss oder ob sich Lernmedien adaptiv an das Vorwissen der Lernenden anpassen können, öffnet den Blick für Optionen eines Umdenkens im Bildungsbereich.

Das von Studierenden entwickelte Konzept beinhaltet eine Plattform zum Teilen, Erstellen und Besprechen von E-Books. Diese E-Books sind interaktiv, multimedial und regen zum Weiterlernen an. Sie sind außerdem für unterschiedliche Wissensstände geeignet und somit nicht nur ein Medium für Schülerinnen und Schüler, sondern auch interessant für Erwachsene.

Prototyp: Vorstellung eine E-Book-Prototypen zum interaktiven Lernen

Präsentation: Das zugrundeliegende Konzept wird vorgestellt.

Ausprobieren: Das E-Book kann getestet werden.

Für alle drei Workshops und während der gesamten Messe gilt: Für weitere Informationen und die Beantwortung von Fragen stehen Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) zur Verfügung.

Showcase Digitale Schulprojekte (Programm)

Di, 30.1. 10:00 – 13:00 Uhr

LEGO-Labor Hochschule Karlsruhe

Referenten: Prof. Dr. Uwe Haneke, Matthias Mruzek-Vering, Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik, Hochschule Karlsruhe

Seit mittlerweile 17 Jahren werden im lego:lab der Hochschule Karlsruhe Schülerinnen und Schüler in altersgerechten Workshops mithilfe der Konstruktionssets von LEGO Mindstorms in die Grundkonzepte der Robotik eingeführt. Durch spielerische Heranführung ermöglicht das Bildungsangebot einen Einblick in die Welt der Technik und Informatik. Beim Bau und der Programmierung verschiedener Roboter in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Ideen kreativ umsetzen und direkt testen.

Di, 30.1. 14:00 – 17:00 Uhr

Gartenschule Karlsruhe

Referenten: Barbara Valentin, Schulleiterin Gartenschule, AG-Leiter, Studenten und Schüler

In der fischertechnik-AG begreifen die Kinder durch Ausprobieren und Experimentieren indirekt komplexe technische und auch mathematische Zusammenhänge und erwerben ein elementares Verständnis für die Arbeitsweisen (Funktionen) der wichtigsten einfachen Maschinen (z. B. Antrieb, Getriebe, Bewegungsumwandlung) und für die technologischen Grundprinzipien mechanischer Konstruktionen.

Mi, 31.1. 10:00 – 13:00 Uhr

Informatik mit und ohne Computer entdecken- für Kita und Grundschule

Referentin: Dr. Julia Ehlermann, Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt, Karlsruher Institut für Technologie

Smartphones und Computer üben eine unwiderstehliche Faszination auf Kinder aus. Sie wollen wissen, was dahintersteckt. Das Haus der kleinen Forscher und das Karlsruher Institut für Technologie unterstützen Pädagogen dabei gemeinsam mit den Mädchen und Jungen die Grundlagen der Informatik zu erforschen - entweder mit Computern oder ohne.

Mi, 31.1. 14:00 – 17:00 Uhr

Robotik und Mikrocontroller am Lessing-Gymnasium Karlsruhe

Referenten: Dr. Daniel Roth, Lessing-Gymnasium Karlsruhe, weiterer Lehrer und Schüler

Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums in Karlsruhe programmieren humanoide Roboter und Mikrocontroller. Sie zeigen Ihnen dabei an konkreten Beispielen, welche wichtige Rolle das Programmieren an einer Schule spielen kann.

Do, 1.2. 10:00 – 13:00 Uhr

Umwerfende Logik -Was haben Dominosteine mit Handy und Computer zu tun?

Referentin: Heike Puzicha-Martz, Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt, Karlsruher Institut für Technologie

Grundschaltungen bestehen aus zwei Eingängen und ein Ausgang. Je nach Funktion führen unterschiedliche Eingangssignale zu einem Ausgangssignal. Die Kombinationen dieser drei Grundschaltungen kann mit aufgebauten "Dominoschaltkreisen" nachgebaut werden. Es ist ein Riesenspaß, die Schaltungen mit Dominosteinen auszutüfteln und die richtige Funktionsweise durch die umfallenden Bausteine bestätigt zu sehen.

Das komplette Programm des Forums school@LEARNTEC finden Sie unter: www.learntec.de/schule. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2018-01-18
Daumen hoch für den 3D-Druck

Was hat 3D-Druck mit den Gebrüdern Grimm zu tun und 3D-CAD mit einem Schweizer Taschenmesser? Diese Fragen beantwortet Tobias Weinfurtner von der Werner-von-Siemens-Realschule Kuppenheim. Die Firma MakerBot unterstützt mit der Präsentation von 3D-Druck-Lösungen für den Unterricht die Makers Arena im Forum school@LEARNTEC.

Für die Informationstechnische Grundbildung und MINT-Fächer sind die unterschiedlichen Verfahren des 3D-Drucks mit verschiedensten Materialien und Anwendungen ideal. Das Lernen und Lehren in einer zunehmend digitalisierten Welt erfordert die Neudefinition von Lernsettings. DesignThinking und das Konzept „Learners as Designers“ beschreiben zum Beispiel Lernarrangements, die Technik einsetzen, um Aufgaben neu zu gestalten und oder völlig neuartige Aufgaben erzeugen.

Dank der Möglichkeit der schnellen und kostengünstigen Herstellung von Prototypen und Kleinserien mit 3D-Druckern kann der Prozess des DesignThinkings vollständig in Unterrichtsszenarien integriert werden.

MakerBot hat einen Film produziert, mit dem Pädagogen und Schülerinnen und Schüler einen Einblick in den Stand der Technik und Informationen über die gegenwärtigen Forschungsfelder erhalten. Die 3D-Druck-DVD hat einen sogenannten „Daumen hoch“ von der Medienbegutachtungskommission in Baden-Württemberg bekommen, der Film und das didaktische Begleitmaterial werden explizit für den Unterricht empfohlen.

Schulen in Baden-Württemberg finden den Film in der Sesam-Mediathek des Landesmedienzentrums.

Mit dem Verfahren des 3D-Drucks eröffnet sich eine ganz neue Art der Produktion. Wurde Material bislang durch Bearbeitung verkleinert und geformt, wird es beim 3D-Druck nach und nach, Schicht für Schicht, ergänzt. Der Film zeigt, wie 3D-Druck genau funktioniert und begleitet den Weg vom ersten Entwurf am Computer bis zum fertigen Objekt. Ein weiteres Kapitel zeigt die verschiedenen 3D-Druckverfahren und welche Werkstückeigenschaften sich mit ihnen erzielen lassen. Zum Film gibt es über 100 Seiten Unterrichtsmaterial mit Testaufgaben, Arbeitsblättern - speziell für interaktive Whiteboards - und einige MasterTool-Folien.

Im Rahmen des Forums school@LEARNTEC wird an allen drei Tagen der Film gezeigt, außerdem werden ganz unterschiedliche Szenarien für die Unterrichtsgestaltung demonstriert und diverse Hardware-Lösungen vorgestellt.

So spricht die „Digital genial 3D Kofferlösung“ gezielt Medienzentren und Schulen an, die dank der der mitgelieferten umfangreichen Lehrmaterialien das Thema 3D-CAD und -Druck in den Unterricht bringen können (https://digitalgenial3d.de/).

Ganz besonders empfehlen wir den folgenden Workshop:

Di., den 30.01. 10.00-13.00 Uhr (Makers Arena)

Was hat 3D-Druck mit den Gebrüdern Grimm zu tun und 3D-CAD mit einem Schweizer Taschenmesser?

Referent: Tobias Weinfurtner von der Werner-von-Siemens-Realschule Kuppenheim

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2018-01-04
Digital Pass Education

In ihren mehr als 25 Jahren Berufserfahrung rund um den Globus hat sie eines erkannt: Der Schlüssel zum Erfolg in der Digitalisierung eines Unternehmens liegt darin, dass man alle Mitarbeiter und Führungskräfte aktiv auf die Arbeitswelt 4.0 vorbereitet und mitnimmt auf die Reise in die digitale Welt. Sie engagiert sich dafür, Zugang zu digitaler Bildung über alle Gesellschaftsschichten hinweg zu schaffen, auch um so einen Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit zu leisten und die Bedeutung für technische Berufe in den Vordergrund zu rücken. Privat setzt sie sich seit Jahren dafür ein, mehr junge Frauen für technische Studiengänge zu begeistern. In ihrem Ehrenamt als Vorsitzende Hochschulrätin der Hochschule Ruhr West (Nordrhein-Westfalen) forciert sie diese Entwicklungen. Sie ist der Meinung, dass es für Interessierte weder in der Schule noch in der Freizeit ausreichend Angebote zu Medienbildung und IT gibt, um dadurch eigene Vorlieben kennenzulernen und zu entwickeln.

In ihrem Workshop im Forum school@LEARNTEC am Di., den 30.01. von 10.00 - 13.00 Uhr werden die Teilnehmer vertraut gemacht mit dem Phänomen der Digitalisierung, reflektieren die Bedeutung im Kontext des Curriculums eines ihrer Unterrichtsfächer und skizzieren eine Unterrichtseinheit, die auf Phänomenen der Digitalisierung referenziert.

Sie lernen die drei Perspektiven der Dagstuhl Erklärung und das Modell von Puentendura kennen und für ihre Unterrichtsvorbereitung zu nutzen.

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-12-20
Informatische Grundbildung

Im Rahmen des Forums school@LEARNTEC diskutieren Experten aus Wissenschaft und Praxis täglich zentrale Fragen – unter der Überschrift „Phänomene der Digitalisierung“ diskutieren am Mittwoch, den 31.01.2018 in der Zeit von 13.00 - 14.00 Uhr Prof. Dr. Torsten Brinda von der Uni Duisburg-Essen und Mitinitiator der Dagstuhl-Erklärung, Sebastian Staacks von der RWTH Aachen - der mit phyphox eine App entwickelt hat, die ein Smartphone in ein mobiles Physiklabor verwandelt - und Juliane Petrich, Leiterin der Abteilung Bildung beim Branchenverband der Digitalwirtschaft Bitkom.

Informatische Grundbildung, Problemlösen und Modellieren sind Schlüsselkompetenzen, die in der Schule zukünftig eine immer größere Rolle spielen. Wir sprachen darüber im Vorfeld der LEARNTEC mit Prof. Dr. Brinda.

Prof. Dr. Brinda, Sie sind Mitverfasser und -initiator der Dagstuhl-Erklärung. Welche Empfehlung geben Sie damit Schulen, die das Thema Digitalisierung der Schule angehen wollen?

Wenn derzeit über Digitalisierung in der Schule diskutiert wird, dann geht es dabei oft um die Frage, wie digitale Medien in allen Unterrichtsfächern eingesetzt werden können, damit Schülerinnen und Schüler darüber die gemeinhin erwartete Medienkompetenz erwerben können. Ferner geht es um die Frage, welche Maßnahmen der Schulentwicklung insgesamt erforderlich sind, um unsere Schulen fit für die Zukunft zu machen. Das sind zweifellos und unbestreitbar wichtige Fragen, die der intensiven Auseinandersetzung bedürfen. Gleichwohl wird dabei die Frage oft vernachlässigt, in welchem Umfang und in welchem Schulfach sich Lernende darüber hinaus mit der Digitalisierung als Unterrichtsgegenstand auseinandersetzen. Mit der Dagstuhl-Erklärung war und ist das Anliegen verbunden, Digitalisierung in der Schule umfassender zu betrachten. Da es ohne die Informatik als Wissenschaft keine Digitalisierung gäbe, schließt Bildung in der digitalen Welt den Erwerb informatischer Kompetenzen mit ein. Daher sollten Schulen, die das Thema Digitalisierung im Unterricht angehen wollen, meines Erachtens neben fachspezifischen Medienkonzepten eine Stärkung der informatischen Bildung und eine gelungene Abstimmung der Unterrichtsinhalte von Informatik und Medienbildung anstreben. Ich sehe das vergleichbar zur Mathematik, die bspw. im Physikunterricht und anderen Fächern benötigt wird. Das erfordert curriculare Abstimmung. Analog sollten die informatischen Grundlagen verfügbar sein, wenn in den Fächern digitale Medien eingesetzt und reflektiert werden.

Mit der Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ von Dezember 2016 verpflichten sich die Länder, dafür Sorge zu tragen, dass alle Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2018/2019 eingeschult werden oder in die Sek I eintreten, bis zum Ende der Pflichtschulzeit die in diesem Rahmen formulierten Kompetenzen erwerben können. Sind Sie damit einverstanden, informatische Grundbildung ausschließlich fächerintegriert zu implementieren?

Ich denke, das ist ein Irrweg, weil die Politik sich scheut, unliebsame Entscheidungen zu treffen. Wollte man informatische Bildung in der Schule stärken oder gar verpflichten, braucht man dafür Raum in der Stundentafel. Da man dann Stunden entweder einem oder mehreren anderen Unterrichtsfächern „wegnehmen“ müsste, scheut man m. E. den resultierenden Konflikt. Alternativ gäbe es die Möglichkeit, die Stundentafel auszuweiten, was zu Protest von Schülerschaft und Eltern führen könnte. An solchen organisatorischen Herausforderungen darf man aber meiner Meinung nach so wichtige Zukunftsentscheidungen nicht scheitern lassen. Würde man die zuvor genannten Optionen in moderatem Maße kombinieren und ggfs. noch schulische Ergänzungsstunden sowie die sich in manchen Bundesländern durch die Rückkehr zu G9 ergebenden Freiräume in dieser Hinsicht nutzen, wäre das organisatorische Problem lösbar. Ferner denke ich, dass ein Modell zur Integration informatischer Unterrichtsinhalte in unserem gegenwärtigen Schulsystem nicht in der erforderlichen Qualität in der Breite realisierbar wäre. Auflösung von Fächerstrukturen und verstärkte Integration sind grundsätzlich bedenkenswerte Ziele zur Weiterentwicklung unseres nationalen Bildungssystems (wie z.B. in Finnland). Unsere Lehrerausbildung konzentriert sich derzeit jedoch auf zwei, maximal drei Unterrichtsfächer. Die für die Integration informatischer Inhalte in der erforderlichen Tiefe erforderlichen Fachkompetenzen haben gemäß Abschluss nur die Informatiklehrkräfte. Wollte man alle Lehrkräfte dafür einsetzen, müssten alle Nicht-Informatiklehrkräfte entsprechend nachqualifiziert werden. Dazu müssten sie aber überhaupt willens und kognitiv in der Lage sein. Davon kann man nicht in der Breite ausgehen. Jemand, der seine Stärken und Vorlieben im Bereich der Sprachen oder im künstlerischen Bereich hat, dürfte nicht notwendigerweise auch Interesse und Kompetenz für Verschlüsselungsverfahren, Datenbanken, Programmierung oder Computernetze entwickeln. Aus der ICILS-Studie wissen wir, dass schon die Fächerintegration digitaler Medien in der Vergangenheit national nicht gut gelang – Informatikinhalte brächten aber eine völlig neue inhaltliche Facette mit ein und ich kann mir gegenwärtig nicht vorstellen, dass das in absehbarer Zeit in der Breite funktionieren könnte.

Der Kompetenzbereich 5 „Probleme lösen und handeln“ beinhaltet unter anderem die Vermittlung von „5.5. Algorithmen erkennen und formulieren“ … wohlgemerkt in allen Fächern? Wie können und sollen Lehrer in die Lage versetzt werden, sich das dazu notwendige Fachwissen anzueignen und ihr didaktisches Repertoir um das der „Fachdidaktik Informatik“ zu erweitern?

Das zeigt genau das gerade illustrierte Problem. Damit das gelänge, müssten – wohlgemerkt alle – Nicht-Informatiklehrkräfte informatisch nachqualifiziert werden. Was aus Sicht der KMK erforderlich ist, um kompetent Informatik unterrichten zu können, hat diese in ländergemeinsamen Anforderungen für die Unterrichtsfächer in der Lehrerbildung festgelegt. Trägt man die dort genannten Anforderungen zusammen, käme man je Lehrkraft schnell auf rund zwei Jahre Nachqualifizierung in Vollzeit. Das ist nicht nur unbezahlbar, sondern auch völlig unrealistisch. Die andere Möglichkeit bestünde darin, einfache, sehr grundlegende Informatikkompetenzen im Rahmen von Lehrerfortbildungen in der Breite zu vermitteln. Tatsächlich gibt es auch immer mehr Forschungsberichte, in denen z.B. in Mathematik oder den Naturwissenschaften mit Scratch programmiert wurde, um daran dann bestimmte fachliche Inhalte zu veranschaulichen. Analysiert man diese Beispiele allerdings genauer, so stellt man fest, dass diese aus informatischer Sicht auf sehr grundlegendem Niveau verbleiben, wie es in informatischer Bildung in der Grundschule oder zu Beginn der Sek. I erreicht werden kann. Die fachliche Tiefe im Vergleich zu anderen Unterrichtsfächern bliebe mit einem solchen Ansatz in der Breite auf der Strecke. Man stelle sich dazu vor, man würde das Fach Deutsch abschaffen und nur darauf zählen, dass ja auch in anderen Unterrichtsfächern deutsch gesprochen und geschrieben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktionieren würde.

Es scheint so, dass erstmalig Bund, Länder und Schulträger bereit sind, umfangreiche Investitionen in die Digitalisierung der Schulen zu investieren. Die Vergabe von Mitteln ist aber zumeist mit der Formulierung eines schulischen Medienkonzeptes verbunden. Worauf sollten Schulen dabei achten?

Zentral ist sicherlich, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sein darf, sondern sich ein Mehrwert für die pädagogische Arbeit ergeben muss. Ferner muss ein Qualitätssicherungsprozess für die eingesetzten Medien existieren. Da viele Lehrkräfte sich dem Thema Digitalisierung ja auch selbst noch zuwenden müssen, empfiehlt es sich sicher auch nicht, zu viele verschiedene Tools in den Fächern einzusetzen, sondern eine didaktisch gut begründete Auswahl zu treffen. Völlig klar ist, dass es natürlich fachunabhängig einzusetzende Medien gibt, wie verschiedene Social Media-Angebote, und natürlich domänenspezifische Angebote, wie Computeralgebrasysteme oder virtuelle Labore. Angebote müssen so ausgewählt werden, dass sich keine Konflikte mit den Persönlichkeitsrechten der Nutzer ergeben. Und wie eingangs schon ausgeführt: ich plädiere dafür, den Medieneinsatz in Schulen und die informatische Bildung curricular so aufeinander abzustimmen, dass auch eine fachliche Reflexion des Medieneinsatzes möglich ist.

In NRW wurde der Medienpass um die neuen Kompetenzbereiche erweitert, in anderen Bundesländern wurden sie in die Bildungspläne integriert. Lässt sich die Digitalisierung so einfach in die 150 Jahre alte „analoge“ Schule integrieren oder wäre es nicht angesichts der rasanten Digitalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche Zeit für einen Paradigmenwechsel? Was zeichnet für Sie die Schule im digitalen Zeitalter aus?

Meiner Wahrnehmung nach prasseln zahlreiche Anforderungen auf Schulen ein, die es immer wieder erforderlich machen, Schulen zu erneuern. Andererseits hat es schon viele externe Anforderungen an Schulen gegeben, die sich mit ändernden politischen Mehrheitsverhältnissen auch wieder geändert haben. Aus diesem Grunde werden viele Anforderungen auf schulischer Seite vermutlich zurecht mit einer gewissen Gelassenheit betrachtet. Unser nationales schulisches Bildungssystem ist ein sehr träges, damit aber auch ein sehr stabiles. Ich finde es richtig, dass der politische Auftrag besteht, dass Schulen sich fit für die Digitalisierung machen. Und ich finde es ebenso richtig, dass es mancherorts auch Experimente gibt, traditionelle Strukturen aufzulösen und grundlegend anders zu arbeiten. Eine Schule im digitalen Zeitalter ist für mich eine, die auch unter diesen Rahmenbedingungen die übergeordneten Ausbildungsziele von Schule klar im Blick behält, diese aber explizit auch auf eine durch Digitalisierung geprägte Welt bezieht. In einer solchen Schule haben die digitale Medienbildung und die informatische Bildung große Bedeutung.

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-12-14
Interview mit Michael Zieher, Leiter des Referats „Medienpädagogik, digitale Bildung“ im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Das Kultusministerium unterstützt das Forum school@LEARNTEC 2018 sehr engagiert mit eigenen Panel-Workshops, der Beteiligung an einer zentralen Diskussionsrunde und einem eigenen Informationsangebot und -stand. Hat die LEARNTEC im Rahmen der Digitalisierung der Schulen für das Kultusministerium an Bedeutung gewonnen?

Die Gestaltung des digitalen Wandels ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit und gerade im Bildungsbereich gewinnt das Thema mehr und mehr an Bedeutung. Die Steuerung der Digitalisierung wurde deshalb im Kultusministerium von Baden-Württemberg in einem neuen Querschnittsreferat gebündelt, um das Vorgehen in diesem wichtigen Handlungsfeld ganzheitlich zu planen und möglichst effizient anzugehen. Angesichts der hohen Dynamik steigt bei allen Beteiligten im Bildungsbereich auch der Bedarf nach Austausch und Information zu den verschiedenen Aspekten dieser Entwicklung. Vor diesem Hintergrund bietet die LEARNTEC eine sehr interessante Plattform, die das Kultusministerium verstärkt nutzen möchte, um die eigenen Konzepte und Strategien für den Schulbereich vorzustellen, Anregungen einzuholen und Netzwerke auszubauen.

Die Digitalisierung durchdringt zunehmend alle gesellschaftlichen Bereiche. Schule ist im doppelten Sinne davon betroffen – sie muss die Schülerinnen und Schüler fachlich auf eine digitalisierte (Arbeits-)Welt vorbereiten und gleichzeitig Schlüsselkompetenzen vermitteln, die lebenslanges Lernen in dieser hochkomplexen und sich rasant wandelnden Welt ermöglichen. Das Strategiepapier der KMK „Bildung in der digitalen Welt“ benennt besagte Kompetenzen. Wie wird die Umsetzung der Strategie in Ba-Wü realisiert?

Schulen sind nicht nur im doppelten, sondern sogar im dreifachen Sinne betroffen. Denn neben der Vermittlung des notwendigen Fachwissens und der Schlüsselkompetenzen gilt es auch, die neuen technischen Möglichkeiten der Digitalisierung im schulischen Umfeld so zu nutzen, dass sie das Lehren und Lernen bestmöglich unterstützen. Die Strategie des Kultusministeriums in Baden-Württemberg folgt dabei der - auch auf KMK-Ebene - gültigen Prämisse: Die Technik muss der Pädagogik folgen.

Bei der inhaltlichen Verankerung sind wir in Baden-Württemberg mit den aktuellen Bildungsplänen auf einem guten Weg. Wir haben die Medienbildung fächerübergreifend verankert und gehen aktuell den Ausbau der Informatikangebote an; zunächst bei den Gymnasien ab diesem Schuljahr, ab dem kommenden Schuljahr dann auch bei den anderen weiterführenden Schulen. Im Fokus unserer Strategie stehen aktuell die methodisch-didaktische Verankerung der neuen technischen Möglichkeiten im Unterricht, die Qualifizierung der Lehrkräfte und die Schaffung der notwendigen technischen Voraussetzungen. Diese Strategie wollen wir auch bei der LEARNTEC im Rahmen eines Panel-Workshops mit interessierten Besuchern diskutieren.

Informationstechnische Grundbildung soll ab dem kommenden Schuljahr 2018/19 ab der ersten, bzw. fünften Klasse im Rahmen eines Spiralcurriculums in allen Fächern unterrichtet werden. Setzt das bei den Lehrkräften nicht spezielles Fachwissen und fach-didaktische Kompetenzen voraus, die bisher weder in der Aus- noch in der Fortbildung eine Rolle spielten?

In Baden-Württemberg hat die Landesregierung vor Kurzem entschieden, den Informatikunterricht an allen weiterführenden Schulen im Land auszubauen. Das Konzept sieht vor, den Aufbaukurs Informatik, der mit Beginn des laufenden Schuljahrs in Klasse 7 der allgemeinbildenden Gymnasien eingeführt wurde, ab dem kommenden Schuljahr auf alle weiterführenden Schularten auszudehnen. Aufbauend wird an den Haupt-/Werkrealschulen und Realschulen ab dem Schuljahr 2019/20 schrittweise ein neues Wahlfach Informatik eingeführt, das die Schülerinnen und Schüler in den Klassen 8 bis 10 freiwillig zusätzlich belegen können. An den allgemeinbildenden Gymnasien wird ab dem kommenden Schuljahr als Vertiefungsmöglichkeit für die Klassenstufen 8 bis 10 ein neues Profilfach Informatik, Mathematik, Physik (IMP) angeboten werden. Im Schuljahr 2019/20 folgt die Einführung dieses Profilfachs auch an der Gemeinschaftsschule. Für die Umsetzung des Konzepts werden dauerhaft insgesamt knapp 300 zusätzliche Lehrerstellen benötigt. Derzeit kann das Fach Informatik für das Lehramt an Gymnasien und das Lehramt der Sekundarstufe I studiert werden. Zusätzlich hat die Landesregierung eine Fortbildungsoffensive auf den Weg gebracht, um dem durch den Ausbau entstehenden Lehrkräftebedarf gerecht zu werden. So wird für Lehrer, die das Profilfach IMP oder das Wahlfach Informatik (Klasse 8 bis 10) unterrichten, ein Kontaktstudiengang über ein Schuljahr hinweg angeboten. Für Lehrer, die den Aufbaukurs Informatik (Klasse 7) unterrichten, besteht bereits jetzt ein entsprechendes Fortbildungsangebot.

Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht soll in unterschiedlichen Szenarien erfolgen, bis dahin, dass der Unterricht grundlegend eine Veränderung erfährt.

Was müssen sich die Lehrerinnen und Lehrer darunter vorstellen? Und was bedeutet das für das Zusammenspiel von Schul- und Unterrichtsentwicklung?

Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht kann sehr unterschiedlich aussehen. Dies beginnt beispielsweise beim Ersatz von Arbeitsblättern durch digitale Dokumente und reicht bis zur Neugestaltung von Unterricht wie etwa beim Flipped Classroom-Ansatz. Ausgangspunkt der Planung beim Einsatz digitaler Medien muss immer die Frage sein: Was will ich mit der digitalen Technik an meiner Schule, im Unterricht in meinem Fach, bei meinen Schülern denn eigentlich erreichen? Und welche Szenarien sind jeweils tatsächlich erfolgsversprechend, beziehungsweise welche Voraussetzungen muss ich beachten, wenn ich digitale Medien intensiver in den Unterricht an meiner Schule integrieren möchte? Wenn digitale Medien als Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklung konsequent mitgedacht werden, ergibt sich das jeweilige Einsatzszenario dann ganz automatisch.

In Baden-Württemberg gibt es eine lange Tradition von Bildungsplattformen (z.B. SESAM). Was ist das Neue beim Aufbau der nun angekündigten landesweiten digitalen Bildungsplattform?

Mit der digitalen Bildungsplattform, die auf der LEARNTEC vorgestellt werden soll, wollen wir die Schulen im Land dabei unterstützen, digitale Medien im Lehr- und Lernprozess rechtssicher und komfortabel zu nutzen. Über die Plattform werden verschiedene neue Funktionen bereitgestellt und bestehende Angebote - wie etwa SESAM - integriert. Neben einer Mail- und Kalenderfunktion für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zählen zum Startpaket ein sicherer Cloudspeicher, ein Online-Office-Paket sowie eine Videokonferenzfunktion. Für die Unterrichtsgestaltung ist das Lernmanagementsystem Moodle integriert, das mit der Erweiterung DAKORA in verschiedenen Bereichen an die Bedürfnisse von Lehrkräften und die Erfordernisse des Unterrichts angepasst wurde. Bildungsmedien werden über die bereits erwähnte Mediathek des Landesmedienzentrums SESAM 2.0 in der Plattform bereitgestellt. Die Plattform wird modular aufgebaut sein, so dass in Zukunft weitere Dienste eingebunden werden können. Ein zentrales Identitätsmanagement steuert die Zugriffsberechtigungen auf der Plattform und ermöglicht es, dass Lehrkräfte sowohl innerhalb ihrer Schule als auch landesweit mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten und sich austauschen können. Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, innerhalb ihrer Schule zu kommunizieren und mit ihren Lehrerinnen und Lehrern digital zusammenzuarbeiten. Die Einführungsphase für die neue Bildungsplattform soll zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2017/18 starten.

Medienpädagogik

Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg beteiligt sich mit folgenden Beiträgen am Programm des Forums school@LEARNTEC:

30.01.2018 : 10.00 - 13.00 Uhr Digitale Bildungsplattform für Schulen in Baden-Württemberg (Michael Zieher – Leiter Referat Medienbildung, digitale Bildung)

31.01.2018: 10.00 - 13.00 Uhr Digitalisierungsstrategie für Schulen in Baden-Württemberg (Dörte Conradi, Leiterin der Abteilung Grundsatz, Digitalisierung; Michael Zieher – Leiter Referat Medienbildung, digitale Bildung)

Teilnahme an der Diskussionsrunde am 01.02.2018 von 13.00 bis 14.00 Uhr Schulentwicklung im 21. Jahrhundert – Wie bildet sich eine Gesellschaft? (Michael Zieher – Leiter Referat Medienbildung, digitale Bildung; außerdem Georg Eble, Gemeindeverwaltung Wutöschingen und Bernhard Meffert, Raiffeisen-Campus)

2017-12-08
Bertelsmann Stiftung fragt: Welchen Rahmen braucht digitales Lernen?

Um Schüler für den digitalen Wandel fit zu machen, benötigen Schulen neben pädagogischen Konzepten eine gute Ausstattung. Dazu gehören Internetzugang und Hardware, Lernsoftware und technischer Support. Rund 2,8 Mrd. Euro würden jährlich anfallen, wenn alle Grund- und weiterführenden Schulen mit lernförderlicher Computertechnik ausgestattet werden. Schon heute tragen Kommunen einen Teil dieser Kosten. Bei der Finanzierung einer Ausstattung aller Schulen müssen sie aber dauerhaft unterstützt werden.

Bertelsmann Stiftung

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat ein Forscherteam um Prof. Andreas Breiter vom Institut für Informationsmanagement der Universität Bremen (ifib) für Grundschulen und weiterführende Schulen modellhaft berechnet, was eine lernförderliche Infrastruktur kostet: Jährlich fallen für eine Grundschule durchschnittliche Kosten in Höhe von ca. 45.500 Euro an. Für eine weiterführende Schule liegen die Kosten bei etwa 300.000 Euro. Das entspricht ca. 260 Euro pro Schüler in der Grundschule und rund 400 Euro pro Schüler in der weiterführenden Schule. Bei den aktuellen Schülerzahlen ergeben sich daraus Kosten von rund 2,8 Mrd. Euro im Jahr; Investitionen in Infrastruktur und Endgeräte sind dabei über einen Zeitraum von fünf Jahren umgelegt. Die Ausgaben für die notwendige einmalige Breitbandanbindung der Schulen und für die Fortbildung der Lehrerkollegien sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Bereits 2015 hat die Bertelsmann Stiftung mit der Broschüre „Individuell fördern mit digitalen Medien – Chancen, Risiken, Erfolgsfaktoren“ auf über 300 Seiten Chancen der Digitalisierung für individuelle Förderung im Unterricht zusammengetragen und Betriebskonzepte, Ressourcenbedarf und Handlungsempfehlungen für lernförderliche IT-Infrastrukturen in Schulen dargestellt. Gerade mit Blick auf das Schuljahr 2018/19, ab dem laut Strategie der Kultusministerkonferenz digitale Grundbildung in allen Fächern verbindlich integriert werden soll und mit Blick auf den DigitalPakt von Bund und Ländern der umfangreich finanzielle Mittel in Aussicht stellt, lohnt ein Blick in das Werk. Einerseits wird der Mehrwert digitaler Medien für eine heterogene Schülerschaft ausgelotet, andererseits werden die notwendigen Ressourcen dafür kalkuliert – eine gute Orientierungshilfe für Schulen, die sich daran begeben ein Medienkonzept zu erarbeiten oder ein vorhandenes zu überarbeiten.

Wie die digitale Infrastruktur helfen kann, das Unterrichtsgeschehen vollkommen neu zu strukturieren wird Thema des Workshops im Forum school@LEARNTEC von Julia Behrens sein: „Teilhabe, Ganztag, Inklusion – wie kann die Digitalisierung unterstützen?“

Der Workshop findet statt am Mittwoch, den 31.01.2018 von 10.00-13.00 Uhr.

Bei der Bertelsmann Stiftung verantwortet Julia Behrens den „Monitor Digitale Bildung“, ein Projekt, in dem für die Bereiche Schule, Ausbildung, und Weiterbildung erfragt wird, wie und wo digitales Lernen für unterschiedliche Gruppen sinnvoll eingesetzt werden kann.

2017-11-29
Hochschule der Medien Stuttgart engagiert sich für das Forum school@LEARNTEC

Interview mit Frank Thissen

Interview mit Frank Thissen

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-11-24
Coding & Robotik mit dem iPad

So lautet der Titel des Workshops von Tobias Bachert, Medienpädagoge bei der REDNET AG im Rahmen des Forums school@LEARNTEC. Er findet am Donnerstag den 01. Februar von 14.00 – 17.00 Uhr statt.

Im Interview erklärt er, warum Coding nicht nur für Informatiklehrer wichtig ist und worauf sich die Teilnehmer freuen dürfen.

Tobias Bacher von der REDNET AG
Tobias Bacher von der REDNET AG

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-11-17
Erklärvideo-Projekt „Noch Fragen?!“ der Ernst-Reuter-Schule (ERS)

Erklärvideos haben an der Gemeinschafts mittlerweile Tradition. … und zu der haben wir Dominik König-Kurowski, den stellvertretenden Schulleiter befragt.

Erklärvideo-Projekt „Noch Fragen?!“ der Ernst-Reuter-Schule (ERS)
Erklärvideo-Projekt „Noch Fragen?!“ der Ernst-Reuter-Schule (ERS)

Die Erklärvideos Ihrer Schule wurden bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet. Welchen Anteil haben daran die Lehrer und welchen die Schüler?

Wichtige Auszeichnungen waren der d-elina, der Innovationspreis der Bitkom für digitale Bildung und der Schülermedienpreis. Hinzu kamen der der Förderpreis Medienpädagogik und der elmo-Videopreis. Zudem haben wir den Schweizer Lernfilmwettbewerb und den Videowettbewerb der Nachhaltigkeitsstrategie gewonnen. Jeder dieser Preise war ein Türöffner und ein Wegweiser für neue Wege.

Dies umschreibt auch die Rolle der Lehrer innerhalb des Projektes. Die Lehrer sind Türöffner und Wegweiser - unsere Schüler aber müssen hindurchgehen und die Wege beschreiten. Das Wichtigste und Interessanteste bei „Noch Fragen?!“ ist, dass die Schüler meist ganz andere Wege beschreiten, neue Wege finden und alte Pfade verlassen. So entstehen originäre Schülerprodukte, die der Lehr-Lernkonzeption „Learners as Designers“ nach Jonassen folgen. Die Schüler nutzen die Medien zum aktiven und konstruktiven Wissenserwerb. Im Fokus steht die „Ressource Schüler“, welche bisher an Schulen im digitalen Bereich wenig genutzt wird. Gleichzeitig spielen sie mit ihrer großen Affinität zu digitalen Medien eine wichtige Rolle innerhalb unseres medienbildnerischen Profils.

Das Erstellen von Erklär-/ Lernvideos ist für uns eine moderne Form kooperativen Lernens mit nachhaltigen Ergebnissen. Das begleitende Lehrerteam steht natürlich besonders bei der Komplexitätsreduktion unterstützend zur Seite.

Im Mittelpunkt steht der Gedanke, dass man die Welt, die man erklärt, auch begreift.

So ist „Noch Fragen?!“ ein Versuch, Neugier aufrecht zu erhalten und zu schüren, Kreativität herauszufordern und zu unterstützen und Lust zu machen. Lust auf neue Wege, Lust, etwas auszuprobieren und Lust, etwas zu schaffen.

Die Schüler der Ernst-Reuter-Schule (ERS) erstellen gemeinsam Erklärvideos

Wie kam es zu den ersten Video-Clips und wie hat sich das Thema dann weiterentwickelt?

Zu Beginn des Schuljahres 15/16 wurde eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern zusammengestellt, die sich innerhalb eines Jahres intensiv im Rahmen eines Erweiterten Bildungsangebots (EBA) mit dem Thema Erklärvideos auseinandergesetzt hat. Einerseits wurden viele filmische Techniken ausprobiert und vertieft, um die kreativen Möglichkeiten zu erweitern und verschiedene Wege aufzuzeigen. Gleichzeitig haben wir mit dieser Gruppe intensiv am Thema „Reduktion von Inhalten“ gearbeitet. Was ist wichtig, was kann vorausgesetzt werden, wie muss ich es erklären. In einem weiteren Schritt wurden dann die entstandenen Erklärtexte chiptechnisch umgesetzt und dabei versucht, das Bild ganz bewusst als Unterstützung des Inhalts zu nutzen.

Im Jahr darauf haben wir einerseits mit Hilfe externer Partner – Begleitung durch ein Projekt der kooperativen Berufsorientierung, das die enge Zusammenarbeit mit einer Medienkünstlerin, einem Filmemacher und einem Theaterpädagogen ermöglichte – das Arbeiten der Schülerinnen und Schüler im Erweiterten Bildungsangebot professionalisiert, andererseits die Idee „Schüler erstellen eigene Erklärvideos“ auch tatsächlich in den Unterricht integriert. So werden die entstandenen Videos zur Wiederholung und Vertiefung genutzt, im Vorfeld des Unterrichts eingesetzt, um eine eigenständige Vorbereitung zu ermöglichen und sie dienen auch der Information in Phasen des Lerngruppenunterrichts.

Gleichzeitig erstellen auch Schüler, die nicht am Erweiterten Bildungsangebot teilnehmen nun eigene Videos für Mitschüler. Hierzu nutzen sie den entstandenen Medienraum und die Unterstützung der professionalisierten Mitschüler.

Die Schüler arbeiten nach dem Prinzip: Lernen mit Medien und nicht nur Lernen über Medien.

Die Konzeption und Realisation von Erklärvideos ist auch für Profis didaktisch, dramaturgisch und technisch eine sehr anspruchsvolle Herausforderung. Wie konnten Sie diese Kompetenzen bei Ihren Schülern entwickeln?

Unsere Schüler arbeiten nach dem Prinzip: Lernen mit Medien und nicht nur Lernen über Medien. Wir verstehen Medienbildung daher als aktive Auseinandersetzung mit Unterrichtsgegenständen im digitalen Zeitalter. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat Medienbildung im Jahr 2014 neben Lesen, Schreiben und Rechnen zur vierten Kulturtechnik erklärt. Im Schuljahr 2016/2017 führt das Land Baden-Württemberg neue Bildungspläne für die Sekundarstufe ein. Darin ist Medienbildung Leitprinzip und fächerintegrativ verankert. In einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt, gehört Medienkompetenz aber auch das kooperative Erarbeiten gemeinsamer Inhalte, wie beispielsweise ein Lernvideo, zu Schlüsselqualifikationen des 21. Jahrhunderts. Durch das fertige Produkt „Lernvideo“, erleben die Schülerinnen und Schüler Selbstwirksamkeit, welche sie zusätzlich im Lernprozess positiv beeinflusst.

All diese grundlegenden Überlegungen bilden die Basis für die Entwicklung der Kompetenzen bei den Schülern. Sie können hier kreativ sein, sich ausprobieren, erleben Selbstwirksamkeit und schaffen etwas. So entstand eine hohe Motivation. Diese Motivation wiederum führte dazu, dass die Schüler viel Zeit in den Kompetenzerwerb investiert haben. Sie waren und sind bereit, sich auch in den Freizeitphasen der Ganztagsschule und über den Schultag hinaus mit dem Thema zu beschäftigen. Mit Tablets oder ihrem eigenen Smartphone haben sie ein mächtiges Werkzeug in der Hand, das nun kreativ genutzt werden kann.

Gleichzeitig haben wir ihnen Experten an die Hand gegeben. Über KooBo (kooperative Berufsorientierung) haben wir Filmemacher, Fotografen, Medienkünstler und Schauspiel-/ Sprechtrainer an die Schule geholt. Da traf dann das hohe Interesse und die Motivation auf Expertenwissen.

Die Ernst-Reuter-Schule ist eine Gemeinschaftsschule, dass heißt, Ihre Schüler gehen nach der 10. Jahrgangsstufe ab. Wie gelingt es Ihnen, das Know-How von Generation zu Generation weiterzugeben?

Dies gelingt durch den Rollenwechsel der älteren Schüler. In den letzten beiden Jahren haben Schüler der höheren Klassenstufen EBAs in den Mittagspausen und am Nachmittag angeboten. So wurden jüngere Schüler durch ihre Mitschüler in den Grundlagen (Videoschnitt, Animationstechniken, Beleuchtung, Arbeit mit dem Greenscreen usw.) geschult. Gleichzeitig erstellten jüngere und ältere Schüler gemeinsam Erklärvideos. Das gemeinsame Handeln ist sicherlich der beste Weg, Know-How weiterzugeben.

Zudem wird in diesem Schuljahr der Medienraum/ MakerSpace jeden Tag in der Mittagspause von einem älteren Schüler geöffnet. Schüler können hier einfache Filmtechniken (StopMotion, GreenScreen, Einlinienanimationen) ausprobieren und eigene Ideen realisieren.

Mit Begeisterung produzieren die Schüler der Ernst-Reuter-Schule ihre Videos

Sie sind Medienschule … und offenbar spielen die Medien in der Schulentwicklung der ERS eine besondere Rolle. Wie würden Sie das Konzept in wenigen Worten umschreiben?

Lernen und Lehren, das die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Fokus hat, muss verschiedene Zugänge bieten, verschiedene Sichtweisen ermöglichen und verschiedene Wege offen halten - gleichzeitig muss es ergebnisoffen, entdeckend, experimentierend sein. Lerner werden zunehmend auch Produzenten und Konstrukteure werden. Die zunehmend notwendige Flexibilität in den Köpfen muss man auch in der Flexibilität der Räumlichkeiten und Lernarrangements wiederfinden.

Hier setzt auch die Idee des InnovationLABs auf dem Campus der Ernst-Reuter-Schule an (www.innovation-lab.education). Dort wollen wir neue, innovative Lernszenarien für das projektorientierte, nachhaltige und schüleraktivierende Lernen mit mobilen Geräten entwickeln, bei denen auch der physische Lernraum eine besondere Rolle spielt. Hier soll neues Lernen nicht nur gedacht, sondern ausprobiert werden.

Weitere Videos der Ernst-Reuter-Schule:

https://vimeo.com/ernstreuterschule

www.ernschtle.de

Die Ernst-Reuter-Schule ist Partner des Forums school@LEARNTEC und wirkt bei der Programmgestaltung mit.

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-11-09
Open Educational Resources (OER) als Lerninhalt und -ergebnis

Nach Google ist YouTube die am zweithäufigsten besuchte Website der Welt. So wie Google die Universal-Suchmaschine schlechthin ist, so stellt YouTube die Universalplattform schlechthin für Video- und Streaming-Inhalte dar. Mit dem Konzept des Flipped Classroom (FC) haben vor einigen Jahren Lehrende an Universitäten und Hochschulen begonnen, Videoclips in ihre Lernsettings zu integrieren – in Form aufgezeichneter Vorlesungen, Kurzvorträgen oder Erklärvideos. Der FC eröffnet damit die Möglichkeit, die „einkanalige“ Vermittlung der Inhalte in individuell bestimmbare Selbstlernphasen zu verlagern und die Präsenzzeit zu kollaborativem Arbeiten zu nutzen. Hinsichtlich der Erklärvideos ist die Rollenteilung allerdings ganz klar: Der Lehrende ist der Produzent, der Lernende der Konsument der Clips.

Das Hönne Berufskolleg des Märkischen Kreises hat aus der Idee des Flipped Classrooms und dem Prinzip "Discover - Design - Publish“ (ddp) ein Lernsetting entwickelt, bei dem die Schülerinnen und Schüler Erklärvideos zu Curricula-Inhalten selbst produzieren und als Open Educational Resources (OER) auf YouTube veröffentlichen (kfz4me.de). Insgesamt sind es aktuell etwa 250 Lernbausteine, 150 davon Open Educational Resources. Mehr als 1.285.000 Clicks und 2.000 Abonnenten des Kanals belegen, dass das, was im Jahr 2009 mit wissenschaftlicher Akribie in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit dem Titel Didaktische Parallelität und Lernortflexibilisierung (DiPaL) begann, sich zwischenzeitlich zu einem praktikablen Ausbildungskonzept entwickelt hat.

Entwickelt wurde das Konzept, das auch unter dem Begriff Designorientierung diskutiert wird, von Dr. Markus Schäfer. Er ist Lehrer am Hönne Berufskolleg und schildert seine Erfahrungen so: „Mit unserem Ansatz können wir die Lebenswelt der Jugendlichen und die Lerninhalte optimal verknüpfen, weil sie an ihren eigenen Problemen arbeiten.“

Ziel ist es, dass jede und jeder Auszubildende zu einem Lernbaustein einen kurzen Film erstellt. Als Grundlage dafür erarbeitet er eine PowerPoint-Präsentation. In einem Drehbuch wird dann der Sprechertext formuliert. Der Lehrer steht während des gesamten Prozesses als Berater zur Verfügung. Jeder Lernende nimmt in einer Sprecherkabine seine Erklärungen auf, um sie dann mit der PowerPoint-Präsentation zu einem Erklärvideo zusammenzuschneiden.

Bevor der fertige Film im Internet veröffentlicht wird, diskutiert ihn zunächst die Klasse kritisch.

Auf YouTube stehen die Lernbausteine dann als Open Educational Resources lernortübergreifend für Nachhilfeprozesse oder als Augmented-Reality-Ressource zur Verfügung.

Dass die Schülerinnen und Schüler selbst Produzenten von Lernmedien sind und diese öffentlich teilen, steigert die Motivation hinsichtlich der Aneignung von Fach- und Medienkompetenz.

Für das Konzept interessiert sich mittlerweile auch Prof. Eckart Diezemann von der Universität Siegen. Er möchte untersuchen, welche Auswirkungen das Konzept auf die Subjektentwicklung hat. Sein Forschungsschwerpunkt unter anderem: Subjektkonstitution und -entwicklung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Transformation, zum Beispiel der Digitalisierung und 'hybrid-Konzept' zwischen Webinar und inverted classroom.

Gemeinsam werden Dr. Markus Schäfer und Prof. Eckart Diezemann einen Workshop im Rahmen des Forums school@LEARNTEC am Donnerstag, den 01.02.2018 von 10.00 - 13.00 Uhr gestalten.

Das Konzept kann für andere Branchen und Schulformen beispielgebend sein. Der Workshop wird daher die Methode praktisch mit den Teilnehmern erproben und auf ihre Übertragbarkeit hin untersuchen.

Hinsichtlich der Mediennutzung, Stichwort PowerPoint, Audio- und Video-Software, ist das Konzept praktisch beliebig skalierbar. Je nach Schulform und Einbettung in das Schulkonzept und/oder technischer Ausstattung der Einrichtung, sind sowohl niederschwellige als auch „semi-professionelle“ Szenarien denkbar. Entscheidender als die eingesetzte Technik ist das passende didaktische Konzept und dass es zur Lerngruppe passt und die Lernenden nicht überfordert.

2017-11-02
Mission Digitale Schule – nur im Team kann sie gelingen

So fragt Natalie Barkei, Bildungsexpertin beim Bitkom e.V. Wie wird meine Schule digital? und Julia Behrens, Projektleiterin bei der Bertelsmann Stiftung Teilhabe, Ganztag, Inklusion – wie kann die Digitalisierung hier unterstützen?

Mareike Müller vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und Dr. Lutz Goertz, Leiter Bildungsforschung am mmb Institut haben zu ihrem dreistündigen Workshop Experten von Kultusministerium, Schulträgern, Schul-(IT-) Ausstattern, Bildungsnetzwerken und Schulen eingeladen. Landrover statt Lamborghini? Wie machen wir Lerntechnologien für Schule robuster? Unter diesem Titel bieten Sie den Besuchern die Expertise aus unterschiedlichen Perspektiven an, um anhand praxisbezogener Empfehlungen Orientierungshilfen zu geben – und gemeinsam weiter zu entwickeln. Kooperieren und Kollaborieren sind nicht nur Kompetenzen, die es den Schülern im 21. Jahundert in der Schule zu vermitteln gilt, ohne Kooperieren und Kollaborieren aller Bildungsakteure ist die Transformation von der analogen zur digitalen Schule nicht zu realisieren.

In diesem Sinne ist der DigitalPakt von Kultusministerkonferenz (KMK) und Bund Ziel und Kompass in einem für das Gelingen des Projektes Bildung in der digitalen Welt. Unter diesem Titel hat die KMK im Dezember 2016 ihre Strategie zur Umsetzung des Bildungsauftrags im 21. Jahrhundert formuliert. Darin heißt es: „Die Länder beziehen in ihren Lehr- und Bildungsplänen sowie Rahmenplänen, beginnend mit der Primarschule, die Kompetenzen ein, die für eine aktive, selbstbestimmte Teilhabe in einer digitalen Welt erforderlich sind. Dies wird nicht über ein eigenes Curriculum für ein eigenes Fach umgesetzt, sondern wird integrativer Teil der Fachcurricula aller Fächer. Jedes Fach beinhaltet spezifische Zugänge zu den Kompetenzen in der digitalen Welt durch seine Sach- und Handlungszugänge. Damit werden spezifische Fach-Kompetenzen erworben, aber auch grundlegende (fach-)spezifische Ausprägungen der Kompetenzen für die digitale Welt. Die Entwicklung der Kompetenzen findet auf diese Weise (analog zum Lesen und Schreiben) in vielfältigen Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten statt.“

Es folgen dann auf vier DIN A4 Seiten detailliert und nach sechs Kompetenzbereichen gegliedert die Lernziele.

Die Kompetenzen in der digitalen Welt umfassen die nachfolgend aufgeführten sechs Kompetenzbereiche:

  1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
  2. Kommunizieren und Kooperieren
  3. Produzieren und Präsentieren
  4. Schützen und sicher Agieren
  5. Problemlösen und Handeln
  6. Analysieren und Reflektieren

Die Länder verpflichten sich dazu, dafür Sorge zu tragen, dass alle Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2018/2019 in die Grundschule eingeschult werden oder in die Sek I eintreten, bis zum Ende der Pflichtschulzeit die in diesem Rahmen formulierten Kompetenzen erwerben können.

Die dazu notwendige Infrastruktur und Ausstattung, also die technische Grundausstattung der Schulen ist laut Strategiepapier „Ausgangspunkt und Voraussetzung allen digitalen Lehrens und Lernens.“ Darunter fallen:

  • Breitband
  • Beratung und konzeptionelle Unterstützung
  • Schulhausvernetzung, WLAN und technischer Support
  • Endgeräte/Präsentationstechnik
  • Arbeits- und Kommunikationsplattformen
  • ID-Management-Systeme
  • Cloud/Interoperabilität

Das Strategiepapier der KMK und der DigitalPakt von Bund und Ländern zeigen, dass die Digitalisierung der Schulen Fahrt aufgenommen hat.

Dass die Digitalisierung nicht mehr nur eine Frage der Schulträger und Schulleitungen, sondern jedes einzelnen Lehrers ist, macht das Strategiepapier unmissverständlich deutlich: “Wenn sich in der „digitalen Welt“ die Anforderungen an Schule und damit an alle Lehrkräfte nachhaltig verändern, dann wird perspektivisch Medienbildung integraler Bestandteil aller Unterrichtsfächer sein und nicht mehr nur schulische Querschnittsaufgabe. Alle Lehrkräfte müssen selbst über allgemeine Medienkompetenz verfügen und in ihren fachlichen Zuständigkeiten zugleich Medienexperten werden.“

Das Strategiepapier stärkt damit allen Pädagogen den Rücken, die Fort- und Weiterbildungsangebote zur digitalen Bildung in ihren Fächern und/oder die dazu technische notwendige Ausstattung einfordern – nur so können sie ihrem Bildungsauftrag gerecht werden, die oben genannten Kompetenzen ab dem Schuljahr 2018/19 verbindlich zu vermitteln.

school@LEARNTEC hilft Ihnen, sich für diese Herausforderungen zu rüsten.

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-10-25
Wie die Digitalisierung die Schule verändert

Ich habe den Text übersetzt, die Grafik neugestalten lassen und mit der Überschrift versehen „Von der Schulfabrik zur zeitgemäßen Bildung“.

Ein kurzer Videoclip ist der Auftakt zu einer Reihe weiterer Phänomenen der Digitalisierung:

Schule im 21. Jahrhundert
Schule im 21. Jahrhundert von Jürgen Luga

Auch wenn die Rollen von Schülern und Lehrern als Gegensatzpaare dargestellt werden, in der Praxis stellt sich der Rollenwechsel als Prozess dar. Anhand der Begriffspaare lässt sich allerdings sehr gut verorten, wo sich Ihre Schule auf diesem Weg aktuell befindet.

Im Forum school@LEARNTEC wird die Frage, wie die Digitalisierung die Schule verändert, viel Raum einnehmen. Vielleicht können wir in Karlsruhe gemeinsam dazu diskutieren.

Jürgen Luga ist Bildungsredakteur und Mitglied des Steuerkreises des Forums school@LEARNTEC. Gemeinsam mit Gabriele Riedmann de Trinidad gestaltet er am Mi., den 31. Januar von 10.00 - 13.00 Uhr den Workshop „Digital Pass Education – Roadmap zu Digitaler Grundbildung“.

2017-10-17
Raus aus der Schule, rein in die Schule – endoo WLAN-Lösungen

endoo wurde 2014 gegründet. Vorausgegangen war eine mehrjährige Entwicklungszeit, die die beiden schon als Schüler an ihrem Gymnasium starteten und aus der nach Ihrem Abitur die Firma endoo erwuchs.

endoo ist Aussteller auf der LEARNTEC und Christian Hanster wird am Dienstag, den 30.01.2018, im Forum school@LEARNTEC an der Diskussionsrunde "Generation Y – Frischer Wind in der Bildungslandschaft?" teilnehmen.

Christian Hanster ist Geschäftsführer der endoo GmbH & Co. KG
Christian Hanster ist Geschäftsführer der endoo GmbH & Co. KG

Im Interview erzählt Christian Hanster seine Gründungsidee:

„Typischerweise kommt irgendwann eine Schule oder der Förderverein auf die Idee ‚Wir kaufen jetzt 20 iPads.‘ Dann gibt es 20 iPads und sie merken dann auf einmal ‚Ja, iPads ohne WLAN – das macht überhaupt keinen Sinn.‘ Und so haben wir damals angefangen. An unserem Gymnasium, hier in Münster, haben wir einen sehr engagierten IT-Lehrer gehabt. Die IT-Ausstattung der Schule an sich war nicht so gut, wie das an den meisten deutschen Schulen war, beziehungsweise ist. Also haben wir geschaut ‚Was brauchen wir eigentlich an IT?‘ und so sind wir relativ schnell darauf gekommen, dass ein WLAN Sinn macht, weil das für Lehrer gerade im Unterricht einen riesigen Mehrwert bringt. Im ersten Schritt dachten wir nicht so sehr an die Schüler, damals gab es schon Smartphones, aber bei den Schülern waren sie noch nicht so verbreitet.

Der ‚Neustart’ des IT-Projektes, das war 2011, – da kam ich in die Oberstufe – ab dem Zeitpunkt haben wir das dann an der Schule vorangetrieben. Und dann ist eine andere Schule hier in Münster auf uns zugekommen, die vor ähnlichen Herausforderungen stand.

Erst haben wir als AG weitergemacht, später dann das Projekt in die Firma überführt.

Als wir endoo damals gegründet haben, gab es auch schon professionelle WLAN-Lösungen. Die sind allerdings für Unternehmen ausgelegt, aber eine Schule ist halt kein Unternehmen. Und an dem Punkt sind wir dann eingestiegen und haben gesagt ‚Was braucht eine Schule eigentlich von den Lösungen, die ein professionelles WLAN-System bietet, und welche braucht sie nicht?‘ Diese professionellen WLAN-Systeme sind aufgrund ihres großen Funktionsumfangs eben auch sehr teuer. Unsere Lösungen sind deutlich günstiger und schulspezifischer. ‚Bring your own device‘ kam dann verstärkt dazu, mittlerweile besitzt ja jeder Schüler ein Smartphone.“

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-10-10
Im Gespräch: Georg Eble, Bürgermeister der Gemeinde Wutöschingen

Die Gemeinschaftsschule hat mit (fast) allem gebrochen, was typischerweise mit einer allgemein bildenden Schule in Zusammenhang gebracht wird, nachzulesen und zu sehen auf der Homepage: www.alemannenschule-wutoeschingen.de

Georg Eble ist Bürgermeister der Gemeinde Wutöschingen. Im Rahmen des Forums school@LEARNTEC wird er am Do., den 01.02.2018 an der Diskussionsrunde "Schulentwicklung im 21. Jahrhundert – Wie bildet sich eine Gesellschaft teilnehmen." Vorab hat er uns erzählt, wie es zum Konzept der Alemannenschule kam:

Wir betrachten uns als Wirtschaftsstandort, vor allem Aluminiumindustrie, mit Tourismus haben wir gar nichts am Hut. Aber dieser Wirtschaftsstandort funktioniert nur, wenn wir auch eine Bildungseinrichtung haben, die vernünftig arbeitet. Und für uns war natürlich auch das Thema Demografie ganz wichtig, diese Abwärtsspirale mit zurückgehenden Einwohnerzahlen aufhalten zu können und attraktiv zu sein für Zuzüge. Und da haben wir uns auf den Weg gemacht und gefragt: Wie können wir unseren Schulstandort retten? Das war ein langer Prozess über mehrere Jahre, am Ende haben wir den Zuschlag bekommen als Starterschule bei der Einführung der Gemeinschaftsschule. Bei uns gab es die Idealkonstellation, dass alle das wollten, der Gemeinderat war einstimmig dafür, obwohl es ein absolutes Abenteuer war am Anfang. Bis heute ist es ein Abenteuer.

Wir waren nicht ganz ohne Unterstützung, das Ehepaar Doris und Peter Fratton haben die Landesregierung bei der Einführung der Gemeinschaftsschule und so auch uns beraten. Die kamen dann zu uns und sind dann bei uns durch den Ort gelaufen anschließend und haben dann vom Lerndorf Wutöschingen geredet. Da habe ich gedacht: „Was reden die für einen Blödsinn? Lerndorf, was soll denn das sein?“

Und dann kam der Sitzungssaal ins Gespräch, der immer leer steht, und lediglich alle drei Wochen zwei Stunden vom Gemeinderat benutzt wird. Dort findet jetzt Clubunterricht statt. Und den leerstehenden Raum, wo ehemals die Bücherei drin war, den nutzt heute die Bläser-Klasse. Dann wurden die Lernhäuser umgebaut. Und dann stand der Neubau des weißen Lernhauses an, indem wir 240 Kinder unterbringen mussten – unter hohem Druck, wir wussten ja, das alle Lernhäuser voll sind … wir waren bei acht Millionen Investment. Ich hab dann gesagt: ‚Wir können uns das schlichtweg nicht leisten, fünf Millionen, mehr können wir uns nicht aus der Rippe schneiden.‘ Eine Woche vor Abgabeschluss von unserem Zuschussantrag waren wir da unten gesessen in unserem Trauzimmer, also dem kleinen Besprechungszimmer. Auf jeden Fall wir waren immer noch bei acht Millionen. Riesen Baukörper, ewig lang. Und ich bin dann richtig zornig geworden – klar, der Druck war ja da. Im August, ein Jahr später, müssen wir einziehen können, … und wir waren immer noch bei acht Millionen. Da bin ich aufgestanden und bin raus und habe gesagt: ‚Also diesen Affenstall, das mache ich nicht mehr mit.‘ bin also laut geworden, einfach weil der Druck so groß war. Und dann kam ich so etwa nach zehn Minuten wieder zurück. Und dann sagt die Frau Fratton: ‚Ich war schon an der Schule drüben und die haben irgendwas von Hühnerstall geredet und Sie jetzt von Affenstall. Und, jetzt weiß ich, wie wir das machen …‘ Und so ist das Konzept für unseren Neubau entstanden. Über diese zwei Worte: Affenstall und Hühnerstall. Hühner sitzen übereinander und dann haben wir das Gebäude in die Höhe gebaut. Das ist natürlich von der Investition her deutlich günstiger wie diese riesen Dimensionierung, die wir gehabt hätten in der Fläche. So ist das zustande gekommen. Und so haben wir dann diese Schule nach dem Konzept dann gebaut.

Treffen Sie Georg Eble auf der LEARNTEC und erfahren Sie, wie es mit der Alemannenschule weiterging und weitergehen wird!

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-10-04
Phyphox – Sebastian Staacks
Phyphox – Sebastian Staacks
Phyphox – Sebastian Staacks

Treffen Sie Dr. Staacks im Forum school@LEARNTEC am Mittwoch, den 31.01.2018. Er wird dort an der Diskussionsrunde „Phänomene einer digitalisierten Gesellschaft – Didaktik 4.0?“ teilnehmen und anschließend einen Phyphox-Workshop anbieten.

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-09-28
Flipped Classroom – Sebastian Schmidt im Interview

Sebastian, welche Ratschläge kannst du Kolleginnen und Kollegen geben, die mit Flipped Classroom starten möchten?

Ein Video allein dreht noch nicht das Lernen der SchülerInnen um. Das musste ich leidvoll erkennen. Legt man all seine Vorbereitungszeit auf die Erstellung von Videos, hat man kaum mehr Zeit, wertvolle Unterrichtszeit zu planen. Daher empfehle ich zum Einstieg, Fremdvideos zu verwenden und sich dafür genau zu überlegen, wie man fachdidaktisch eine Unterrichtsstunde wertvoll macht. Dazu muss das Video oder die vorbereitende Hausaufgabe nicht immer erklärend sein, sondern man kann auch mit einem Impuls beginnen.

Darüber hinaus sind ein oder zwei Unterrichtsstunden als Testversuch bestimmt nicht ausreichend, um sich ein Bild zu machen. Meine SchülerInnen brauchen mindestens eine Woche, um mit dem neuen Rhythmus klar zu kommen. Noch ein Tipp: Wer heute schon schülerzentrierten und offenen Unterricht gestaltet, der braucht keinen Flipped Classroom, aber man sollte sich dann zumindest ausgiebig hinterfragen, wie hoch der eigene Redeanteil bei einer Unterrichtsstunde ist. Mir hat der Flipped Classroom die Augen geöffnet was es heißt, das Klassenzimmer und das Lernen in die Hände der SchülerInnen zu legen und mich zurückzunehmen.

Youtube ist, nach Google, die am zweit meisten aufgerufene Website der Welt und für Jugendliche heute das, was für ihre Elterngeneration das Fernsehen ist. Verstärkt Flipped Classroom nicht den Trend zu übermäßigem Konsum digitaler Medien?

Tatsächlich wird sich die Zeit hinter dem Smartphone erst einmal erhöhen, wenn auch geringfügig.

Gerade in der schulischen Nutzung sehe ich aber die Möglichkeit, reflektierter auf die sonstige Nutzung zu schauen. Das Smartphone ist jetzt nicht mehr nur Freizeit, sondern auch Arbeit. Ich mache die Erfahrung, dass mit der Nutzung der Geräte die Verlockung sinkt, während dem Unterricht Privates zu erledigen. In einigen meiner Klassen sehe ich sogar, dass SchülerInnen den Flugmodus während meines Unterrichts einstellen, der Ihnen den Zugang zur Lernplattform ermöglicht, aber Push-Benachrichtigungen abschaltet.

Was unterscheidet für dich als Lehrer das Unterrichten vor der Kamera vom Unterricht vor der Klasse? Fehlt dir beim Aufzeichnen deiner Clips nicht die Resonanz zu den Schülern?

Der fehlt mir tatsächlich, der so genannte AHA-Effekt. Wenn es den SchülerInnen plötzlich wie Schuppen von den Augen fällt und ihre Gesichtszüge eine Form des Lächelns und des Strahlens annehmen, weil sie endlich in Mathe etwas verstanden haben. Es ist allerdings utopisch zu glauben, dass ein Flipped Classroom Clip für 30 AHA-Effekte zu Hause ausreicht. Er kratzt ein Thema an und schafft bereits die ersten Verständnisse, ermöglicht dann aber viele weitere AHAs im Unterricht. Da habe ich dann Zeit, als Coach tätig zu werden.

Die Digitalisierung schreitet exponentielles voran, vermutlich werden wir in den nächsten fünf Jahren genauso viele digitale Innovationen erleben können, wie in den zurückliegenden zehn Jahren. Wie hältst du dich didaktisch fit für die Digitalisierung der Gesellschaft?

Ich bin einfach bei allem dabei, was bei den SchülerInnen aktuell ist und sich für mich einigermaßen spannend anhört: Instagram, Twitter, Facebook, YouTube, Blogs, etc. So bekomme ich einerseits ein Gefühl für die Lebenswelt der SchülerInnen heute, andererseits kann ich diese Plattformen auch dazu nutzen, mich mit inspirierenden KollegInnen zu vernetzen. Alles was bis heute zur echten Verbesserung meines Unterrichts beigetragen hat, habe ich von den sozialen Netzwerken. Sei es durch Input, Diskussion oder Kritik, man lernt immer dazu und es reicht vor allem aus, sich dann einzuklinken, wann man Zeit dafür hat. Ständig zu twittern und zu bloggen UND Unterricht reflektiert zu verändern, dass sprengt jeden zeitlichen Rahmen. Hop On, Hop Off ist auch eine Kompetenz, die wir in der digitalen Welt lernen müssen, auch als Lehrer.

Du hast 2017 in der offenen Lernlandschaft school@LEARNTEC ein Panel gestaltet. Wie waren deine Erfahrungen?

Es war eine tolle Erfahrung, sehr viele interessierte Besucher und tolle Gespräche. Allein meine Stimme war danach etwas kaputt. War definitiv auch mein Fehler, ich habe mehr vorgetragen als diskutiert. Im Sinne meines Unterrichts sollte ich mit meinem Content auf www.flippedmathe.de auch Input auslagern, wie ich das bei meinen Schülern mache. Dann haben wir auch auf einer Messe mehr Zeit, zu diskutieren und tiefer in die Thematik einzusteigen. Vorbereitung ist auch hier die halbe Miete. Die Gestaltung der Landschaft war klasse, so stelle ich mir auch für Schüler eine offene Lernlandschaft vor.

2018 bist du erneut dabei – mit neuen Themen oder Erkenntnissen?

Mein Unterricht entwickelt sich ständig weiter, irgendwie bin ich da immer noch in einem Flow ohne Bremse. Daher kann ich auch heute nicht sagen, was mich dann auf der LearnTec beschäftigen wird. Auf jeden Fall werde ich das Panel in drei Teile aufteilen: 1. Stunde: Einführung Flipped Classroom, 2. Stunde: Video erstellen leicht gemacht und 3. Stunde: Flipped Classroom in der didaktischen Diskussion. Ich freue mich aber heute schon auf die Teilnehmer, da ich meist auch von Ihnen etwas an Ratschlägen, Vorschlägen und Impulsen mit nach Hause nehmen kann.

Live erleben können Sie ihn im Forum school@LEARNTEC am Di., den 30.01. von 14.-17.00 Uhr (Panel B).

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

2017-08-23
Digitale Grundbildung in der Schule – mehr als nur Medienkompetenz

... im letzten Jahr mehr als 30 führende Informatiker und Pädagogen formuliert: „Ohne Verständnis der grundlegenden Konzepte der digitalen vernetzten Welt können Bildungsprozesse heute nicht zukunftsfähig gestaltet werden.“ Phänomene der Digitalisierung müssen ihrer Ansicht nach „aus technologischer, gesellschaftlich-kultureller und anwendungsbezogener Perspektive in den Blick genommen werden.“

Abb.1: Perspektiven der Digitalen Bildung

Und, „Digitale Bildung im eigenständigen Lernbereich sowie innerhalb der anderen Fächer muss kontinuierlich über alle Schulstufen für alle Schüler_innen im Sinne eines Spiralcurriulums erfolgen.“

Im Rahmen der Diskussionsrunde „Phänomene einer digitalisierten Gesellschaft – Didaktik 4.0?“ am Mi., den 31.08.18 werden ein Vertreter der Dagstuhl Erklärung, Juliane Petrich (Bitkom) und Sebastian Staacks (RWTH Aachen) der Frage nachgehen, wie Schule Digitale Grundbildung vermitteln kann.

Digitale Grundbildung lautet also das Gebot der Stunde. Schulentwicklung ist dabei eine tragende Säule, eine andere wird in der Erklärung der Kultusministerkonferenz ebenfalls klar benannt: „Eine technische Grundausstattung der Schulen ist Ausgangspunkt und Voraussetzung allen digitalen Lehrens und Lernens. Hierzu zählt die Bereithaltung einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur zur Nutzung digitaler Endgeräte.“ Wie eine solche technische Grundausstattung beschaffen sein kann, dazu haben die Besucher der LEARNTEC vielfältige Möglichkeiten, sich zu informieren, zum auszuprobieren und sich mit anderen auszutauschen. Bereits 2017 ließ sich aus dem erfrischenden Generationen-Mix im Forum schließen, dass die Generation Y in den Lehrerzimmern angekommen ist. Kein Wunder, denn mit jährlich fast 30.000 Pensionierungen pro Jahr, findet derzeit ein gigantischer Generationswechsel in der Lehrerschaft statt.

“Generation Y – Frischer Wind in der Bildungslandschaft?“ fragen wir dann auch am Di., den 30.01.18 die Teilnehmer der zentralen Diskussionsrunde. Und am Do., den 01.08.18 lautet das Thema: „Schulentwicklung K 21 – Wie bildet sich eine Gesellschaft?“ Die Diskussionsrunden finden jeweils von 13.-14.00 Uhr statt.

Wie bereits 2017 wird das Forum school@LEARNTEC als offene Lernlandschaft mit Werkstattcharakter gestaltet. 2018 werden es sogar fünf statt vier parallel stattfindende Panels sein – dazugekommen ist die MakerArena. Hier werden Themen wie „Learners as Dsigners“, „3D-Druck", Robotik oder Coding zum Mitmachen angeboten. Frontalunterricht war gestern, im Forum school@LEARNTEC werden in den dreistündigen Panel-Sessions gemeinsam mit den Referenten Lernsettings erprobt und mobile Lernraumlösungen gesucht.

Die Panel-Experten kommen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz und teilen Ihre Erfahrungen mit den Besuchern, z.B. wie ein Smartphone als mobiles Physiklabor genutzt werden kann, warum Lernateliers Ressourcen für individualisiertes Lernen freisetzen oder sich Lehrer nicht zu, sondern mit digitalen Medieneinsatz fortbilden sollten.

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

Die Themenbereiche der LEARNTEC 2019

Themenbereich Schule

Schule

Digitale Medien bereichern und erleichtern das lebenslange Lernen. Das Forum school@LEARNTEC mit seiner offenen Lernlandschaft informiert Sie über den Einsatz digitaler Lehrmaterialien und die Schule der Zukunft.

Themenbereich Hochschule

Hochschule

Welche Techniken und Lernmethoden bieten sich an, um das Bildungskonzept Ihrer Hochschule digital zu unterstützen? Der Themenbereich Hochschule und das Programm university@LEARNTEC geben Ihnen Antworten auf Ihre individuellen Fragestellungen.

Themenbereich Beruf

Beruf

Auch in der beruflichen Bildung hat die Digitalisierung viel verändert. Digitale Lernangebote führen zu mehr Flexibilität für Arbeitnehmer und Arbeitgeber und sind im Idealfall auf den Lernenden zugeschnitten.

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