08.12.2017

Bertelsmann Stiftung fragt: Welchen Rahmen braucht digitales Lernen?

Um Schüler für den digitalen Wandel fit zu machen, benötigen Schulen neben pädagogischen Konzepten eine gute Ausstattung. Dazu gehören Internetzugang und Hardware, Lernsoftware und technischer Support. Rund 2,8 Mrd. Euro würden jährlich anfallen, wenn alle Grund- und weiterführenden Schulen mit lernförderlicher Computertechnik ausgestattet werden. Schon heute tragen Kommunen einen Teil dieser Kosten. Bei der Finanzierung einer Ausstattung aller Schulen müssen sie aber dauerhaft unterstützt werden.

Bertelsmann Stiftung

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat ein Forscherteam um Prof. Andreas Breiter vom Institut für Informationsmanagement der Universität Bremen (ifib) für Grundschulen und weiterführende Schulen modellhaft berechnet, was eine lernförderliche Infrastruktur kostet: Jährlich fallen für eine Grundschule durchschnittliche Kosten in Höhe von ca. 45.500 Euro an. Für eine weiterführende Schule liegen die Kosten bei etwa 300.000 Euro. Das entspricht ca. 260 Euro pro Schüler in der Grundschule und rund 400 Euro pro Schüler in der weiterführenden Schule. Bei den aktuellen Schülerzahlen ergeben sich daraus Kosten von rund 2,8 Mrd. Euro im Jahr; Investitionen in Infrastruktur und Endgeräte sind dabei über einen Zeitraum von fünf Jahren umgelegt. Die Ausgaben für die notwendige einmalige Breitbandanbindung der Schulen und für die Fortbildung der Lehrerkollegien sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Bereits 2015 hat die Bertelsmann Stiftung mit der Broschüre „Individuell fördern mit digitalen Medien – Chancen, Risiken, Erfolgsfaktoren“ auf über 300 Seiten Chancen der Digitalisierung für individuelle Förderung im Unterricht zusammengetragen und Betriebskonzepte, Ressourcenbedarf und Handlungsempfehlungen für lernförderliche IT-Infrastrukturen in Schulen dargestellt. Gerade mit Blick auf das Schuljahr 2018/19, ab dem laut Strategie der Kultusministerkonferenz digitale Grundbildung in allen Fächern verbindlich integriert werden soll und mit Blick auf den DigitalPakt von Bund und Ländern der umfangreich finanzielle Mittel in Aussicht stellt, lohnt ein Blick in das Werk. Einerseits wird der Mehrwert digitaler Medien für eine heterogene Schülerschaft ausgelotet, andererseits werden die notwendigen Ressourcen dafür kalkuliert – eine gute Orientierungshilfe für Schulen, die sich daran begeben ein Medienkonzept zu erarbeiten oder ein vorhandenes zu überarbeiten.

Wie die digitale Infrastruktur helfen kann, das Unterrichtsgeschehen vollkommen neu zu strukturieren wird Thema des Workshops im Forum school@LEARNTEC von Julia Behrens sein: „Teilhabe, Ganztag, Inklusion – wie kann die Digitalisierung unterstützen?“

Der Workshop findet statt am Mittwoch, den 31.01.2018 von 10.00-13.00 Uhr.

Bei der Bertelsmann Stiftung verantwortet Julia Behrens den „Monitor Digitale Bildung“, ein Projekt, in dem für die Bereiche Schule, Ausbildung, und Weiterbildung erfragt wird, wie und wo digitales Lernen für unterschiedliche Gruppen sinnvoll eingesetzt werden kann.

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