30.10.2018

Virtuelle Hochschule Bayern – Flexibilität dank Online-Lehrangeboten

Die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) wurde im Jahre 2000 als Verbundinstitut der bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) gegründet.

Mit der vhb verfolgt der Freistaat Bayern das Ziel, die Studienbedingungen zu verbessern, insbesondere für die wachsende Zahl von Studierenden, die auf örtliche und zeitliche Flexibilität angewiesen sind. Als Partner des Forums university@LEARNTEC wird sich die vhb mit vier Vorträgen und als Moderator präsentieren.

Im Interview: Dr. Steffi Widera, Geschäftsführerin der vhb

Was verbindet eine bayerische virtuelle Hochschule mit der LEARNTEC im baden-württembergischen Karlsruhe?

Die vhb ist eine Verbundeinrichtung von 31 Trägerhochschulen, Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern. Wir sind keine weitere (virtuelle) Hochschule, wir sind ein "Gemeinsames". Wir unterstützen unsere Trägerhochschulen in der hochschulübergreifenden Online-Lehre. Rund 500 Kurse, die von unseren Hochschulen entwickelt wurden und an mindestens zwei Trägerhochschulen curricular verankert sind, stehen allen bayerischen Studierenden entgeltfrei zur Verfügung.

31 Hochschulen, die sich nicht nur bei der Entwicklung von Online-Lehrangeboten, sondern auch in unseren Gremien engagieren, das bedeutet: Netzwerken ist unsere DNA.

Und dieses Netzwerken macht nicht an Landesgrenzen Halt. Sehr früh haben die Länder Baden-Württemberg und Bayern ihre Absicht bekundet, auf dem Gebiet der digitalen Hochschullehre zusammen zu arbeiten. Und so sind zwei Baden-Württemberger Experten Mitglieder unserer Programmkommission: die Leiterin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien IWM in Tübingen, Prof. Dr. Ulrike Cress, und Prof. Dr. Peter Henning, Hochschule Karlsruhe, der die LEARNTEC mit initiiert hat und seit vielen Jahren mitorgansiert. Was lag also näher als university@LEARNTEC in Karlsruhe gemeinsam auszurichten?

Die Wurzeln der vhb reichen zurück bis Anfang der 2000er-Jahre. Wie sehen Sie die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Hochschullehre bis heute?

Die Digitalisierung revolutioniert die Hochschullehre: Sie bietet die Möglichkeit, die Rollen zwischen Lehrenden und Studierenden fließend zu gestalten, ständig neu zu verteilen und Kommunikation neu zu definieren. Ein demokratisches Element der Lehre sozusagen.

Die Digitalisierung löst die starre Bindung des Studiums an einen einzigen geographischen Ort auf und macht Studieren zeitlich und örtlich flexibel. Nutzende von vhb-Kursen können Lehrveranstaltungen an einer anderen bayerischen Hochschule besuchen, ohne dort eingeschrieben zu sein und ECTS Punkte erhalten, die sie an ihrer Heimathochschule anerkannt bekommen. Damit wird auch das Lehrangebot an jeder einzelnen Hochschule umfangreicher.

Die Digitalisierung macht Lehre transparenter. Alle Kurse, die über die vhb angeboten werden, werden in zyklischen Abständen einer Expertenevaluation unterzogen, die die Kurse beurteilen. Ein Qualitätsmerkmal, das außer der vhb meines Wissens niemand in dieser Konsequenz aufweist.

Die vhb steht für örtlich und zeitlich flexibles Studieren.
„Wir können alles, außer analog" ist ein Motto der vhb.

Wie verzahnt sind die Angebote der vhb mit den klassischen Universitäten und wohin geht der Trend?

Die Angebote der vhb sind nicht nur "verzahnt mit den klassischen Universitäten", wie Sie es ausdrücken, sie kommen aus den Hochschulen und werden für alle anderen Hochschulen zur Verfügung gestellt. Die vhb ist Verbund und damit gleichzeitig Teil der bayerischen Hochschullandschaft. Wir bilden die "hochschulübergreifende Onlinelehre" ab und ergänzen damit alle anderen Angebote unserer Hochschulen.

In diesem Jahr haben wir neben dem Programm curricular verankerter Online-Lehrveranstaltungen zwei neue Förderprogramme ins Leben gerufen: Entwicklung und Angebot offener Kurse für eine interessierte Allgemeinheit, die OPEN vhb, und ein Repositorium - SMART vhb -, in dem unsere Lehrenden kleinteilige Lerneinheiten einstellen und finden können, die sich in die Präsenzlehrveranstaltung im Sinne eines Blended Learnings oder eines Flipped Classrooms integrieren lassen.

Was erwartet die Besucher der LEARNTEC im Forum university@LEARNTEC – wie beteiligen Sie sich am Programm des Forums?

Die vhb wird mit vier Vorträgen und Moderation vor Ort sein: Neben meinem Key Vortrag über die vhb als funktionierendes Hochschul-Netzwerk werden – ganz im Sinne dieses Netzwerk-Gedankens – drei der Kursanbieter ihre Erfahrungen mit dem Publikum teilen:

CLASSIC vhb: Medizin und Medizintechnik - interdisziplinär lehren und lernen

Referent: Prof. Stefan Sesselmann, OTH Amberg-Weiden

SMART vhb: Die clevere Verbindung von digitalem Lernen und Präsenzlehre

Prof. Katrin Winkler, HAW Kempten

OPEN vhb: Medienethik für alle - ein interaktiver Online-Kurs zu den Dos & Don'ts der Medienwelt. Susanna Endres, Franziska Streib (Lehrstuhl Prof. Johanna Haberer), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Autor: Jürgen Luga, Redaktionsbüro Education Mediengesellschaft mbH

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