14.01.2019

Hochschulnetzwerk Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg (HND BW)

Die HND BW-Community präsentiert sich im Rahmen von university@LEARNTEC auf der LEARNTEC als Mitorganisator, Moderator und Vortragender verschiedener interessanter Vorträge und Best-Practice Beispielen aus dem Raum Baden-Württemberg. Die Hochschulen stehen vor der Herausforderung, die akademische Lehre auf die Veränderungen in der digitalisierten Wissensgesellschaft auszurichten.

Mandy Kaiser

Die Digitalisierung bringt weitreichende Veränderungen in der Lehr- und Lernkultur mit sich – dazu Mandy Kaiser, Leiterin der Geschäftsstelle des HND BW:

Digitale Lernressourcen ermöglichen neue Formen der Partizipation, Kommunikation und Interaktion. Die staatlichen Hochschulen Baden-Württembergs haben sich das Ziel gesetzt, die in der Digitalisierung liegenden Chancen aktiv zu gestalten und sich im Rahmen des HND BW über kooperative Entwicklungsmaßnahmen zu verständigen. Folgende Handlungsfelder der „digitalen Bildung“ werden dabei kooperativ verfolgt:

• der Aufbau digitaler Kompetenzen auf Seiten der Lehrenden und Studierenden,

• der Ausbau der technischen Ausstattung zur Durchführung von digitalen Lehr-/Lernszenarien,

• die Etablierung und Erweiterung entsprechender Beratungs- und Supportstrukturen,

• die Verankerung des Einsatzes digitaler Lehre in den jeweiligen Hochschulstrategien,

• die Schaffung entsprechender rechtlicher Rahmenbedingungen

• sowie die wissenschaftliche Belegführung der Wirksamkeit neuer Lehr-/Lernformate durch eine begleitende Lehr-/Lernforschung.

Wie sieht das konkret aus?

Auf Empfehlung der Themengruppe Strategie- und Organisationsentwicklung des HND BW hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erstmalig ein landesweites Peer-to-Peer-Beratungsprogramm “StraDi-BW – Strategien für Hochschulbildung im digitalen Zeitalter“ ausgesprochen. Vier Hochschulen aus Baden-Württemberg werden in einem strukturierten Beratungsprozess dabei unterstützt, digitale Angebote strategisch und nachhaltig, unter Berücksichtigung landesspezifischer Rahmenbedingungen, in Studium und Lehre zu verankern.

Auch die virtuellen Ringvorlesungen des HND BW im Sommersemester 2018 und Wintersemester 2018/19 sind Beispiele für die Realisierung eines ersten kooperativen, hochschulartenübergreifenden Vorhabens unter Beteiligung und Einbindung der bestehenden Weiterbildungsstrukturen. In Online-Sitzungen erhalten die Teilnehmenden Praxistipps von Lehrenden für Lehrende zur Gestaltung ihrer digitalen Lehre. Derzeit sind 450 registrierte Interessenten aus nahezu allen Baden-Württembergischen Hochschulen sowie 234 Mitglieder in der begleitenden Lerngruppe zu verzeichnen.

In der zweiten Ringvorlesung steht die individuelle Handlungsfähigkeit im Vordergrund. In jeweils einstündigen Präsentationen mit anschließender Diskussion erhalten die Teilnehmenden Impulse zum Umgang mit offenen Bildungsressourcen, Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit, der Nutzung von virtuellen Vorlesungsräumen, der Anreicherung der eigenen Lehre oder dem Einsatz von Videos.

Offene Bildungsressourcen entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Element in der Ausgestaltung digitaler Lehre. Im Rahmen der Fördermaßnahmen „Digital Innovations for Smart Teaching – Better Learning“ des MWKs und durch die Unterstützung der Themengruppe OER des HND BW hat die Universitätsbibliothek Tübingen ein zentrales OER-Repositorium (ZOERR) entwickelt und implementiert.

Die inhaltliche Bereitstellung von OER-Materialien ist nach den ersten 11 Monaten des Betriebs bereits auf 326 Materialien in mittlerweile 14 thematischen Sammlungen angewachsen. Das Repositorium erfreut sich bereits bundesweiter Beachtung.

Baden-Württemberg hat erkannt, dass die Hochschulen bei der Klärung von rechtlichen, technischen und didaktischen Fragen sowie bei der Produktion von OER-Content Unterstützung benötigen und befindet sich bereits auf einem guten Weg.

Bei den verschiedenen Themenfeldern der Digitalisierung der Lehre agiert das Netzwerk als Think Tank und fördert den fächer- und hochschulartenübergreifenden Austausch und Kompetenzaufbau.

Und die Zukunft digitaler Lehr- und Lernsettings an den Hochschulen?

Durch die Einführung von digitalen Lehr- und Lernsettings erfolgt nicht automatisch eine Transformation der Hochschullandschaft, sondern neue Lehr- und Lernformen entwickeln sich durch Interaktion, dem von- und miteinander Lernen.

Die Hochschullandschaft befindet sich in einem Wandlungsprozess, nicht nur die Art und Weise des Lehrens (Präsenzlehre, Blended Learning oder E-Learning) verändert sich, sondern auch das Lehr- und Lernverständnis in sich selbst befindet sich im Wandel. Dabei geht es nicht darum, das „Alte“ abzulösen, sondern es sinnvoll durch neue innovative Lehr- und Lernformate zu ergänzen. Die Voraussetzung stellt dabei die Schaffung einer zeitgemäßen, robusten Infrastruktur für den Einsatz digitaler Technologien dar, um die physischen mit den virtuellen Lernräumen zu verknüpfen.

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