26.10.2017

OERs: Aufbruch aus der Nische?

Open Source Software ist ein anerkannter Baustein der digitalen Welt. Werden Open Educational Resources (OER) jemals eine solche Position in der Bildung erreichen?

OERs: Aufbruch aus der Nische?
OERs: Aufbruch aus der Nische?

Auf dem Kongress der LEARNTEC 2018 gibt eine Vortragsreihe einen Einblick in die Entwicklung der letzten Jahre. Dr. Markus Deimann spricht am 30. Januar 2018 über das Projekt „OER-Fachexperten“, das den OER-Einsatz in der Weiterbildung fördern soll.

Das Anfang des Jahres gestartete Blended-Learning-Projekt, das die FHS Lübeck zusammen mit dem BDVT durchführt, durchläuft gerade seine Onlinephase: Knapp 400 Teilnehmer lernen in einem MOOC, wie man freie Bildungsmaterialien erstellt. Am Ende wartet eine Prüfung auf sie, in der sie die von ihnen entwickelten OERs zur Begutachtung und Bewertung vorlegen. Wer den Prüfern akzeptable Produkte präsentiert, erhält das Zertifikat „Geprüfte/r OER-Fachexperte/in BDVT“.

Markus Deimann: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk aus OER-Machern/innen und Multiplikatoren/innen in der Erwachsenenbildung aufzubauen. Dafür haben wir ein Schulungsangebot entwickelt, das selbst ein OER ist, und bieten unseren Teilnehmern ein anerkanntes Qualitätssiegel an.“

OERs sind mit frei zugänglichen Bildungsmaterialien nicht identisch: Die vielen auf YouTube verfügbaren Univorlesungen gehören nicht dazu, wenn sie nicht für Weiterverwendung und Veränderungen lizensiert sind. Auch die kommerzielle Nutzung muss explizit erlaubt sein.

In Deutschland hat die Bundesregierung begonnen, Fördermittel für OERs in den Bundeshaushalt einzustellen. Dennoch führen sie noch ein Nischendasein, insbesondere abseits von Schule und Hochschule. Deimann: „Schulen und Hochschulen sind mit Steuergeldern finanziert und haben einen allgemeinen Bildungsauftrag. Weiterbildungsanbieter, die ihre Produkte kommerziell vermarkten, befürchten dagegen, dass frei verfügbare Lehrmaterialien ihrem Geschäft schaden.“

„OER-Fachexperten“ ist bislang das einzige OER-Projekt im Weiterbildungssektor. Die hohe Zahl der Projektteilnehmer gibt allerdings Anlass zu Optimismus: „Viele Trainer haben mittlerweile erkannt, dass sie durch die Erstellung und Verbreitung von OERs an Bekanntheit und Reputation gewinnen können, denn auch bei freigegebenen Materialien muss der Name des Erstellers genannt werden. OERs vermindern den Wert von Trainings nicht: Sie sind nur der Rohstoff, der erst in einer sinnvollen Verarbeitung eine didaktische Wirkung erzielt.“

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