15.11.2017

Mit Chatbots lernen: Das Beispiel SAP

Seitdem Facebook die Gesprächsroboter in seine Messenger-Plattform integrierte, kennt man sie und prophezeit ihnen eine großartige Zukunft: Chatbots werden die Messaging-Räume der Zukunft beherrschen, behauptet etwa die Chatbot Survey 2017.

Bei der SAP werden sie auch in der Weiterbildung eingesetzt - darüber berichten Thomas Jenewein und Dr. Lars Satow am 30. Januar auf dem Kongressder LEARNTEC.

Den sogenannten Chatbots wird eine großartige Zukunft vorausgesagt

Aktuell läuft gerade die „Ausbildung“ eines Roboters, der Moderatoren von Learning Communities zur Seite stehen soll. Jenewein: „Derzeit eignen sich in unserem Learning Hub etwa 500.000 Menschen weltweit Wissen zu SAP-Produkten an, davon beteiligen sich 150.000 an Learning Communities. Diese Zahlen wollen wir weiter steigern, aber wir verfügen nur über eine beschränkte Anzahl von Moderatoren. Wir nutzen daher jede sinnvolle Möglichkeit, um sie zu entlasten.“

In den größten der 120 Communities – „Learning Rooms“ genannt – sind bis zu 20.000 Lerner aktiv, im Welcome Learning Room halten sich gleichzeitig bis zu 9.000 Teilnehmer auf. Die Chatbots sollen an Stelle des Moderators immer wiederkehrende Fragen der Lerner beantworten und ihnen beim Onboarding helfen. Dafür müssen sie zunächst lernen, glaubwürdig zu sein: Ihre Antworten und Hinweise müssen zu den Fragen der User passen. Zur Zeit laufen sie nur im Hintergrund mit, doch bis zur LEARNTEC sollen sie so weit entwickelt sein, dass sie live geschaltet werden können.

Dr. Lars Satow, der bei SAP für die Entwicklung des Bots verantwortlich ist, sieht ein großes Entwicklungspotenzial: „In Zukunft werden intelligente Bots als digitale Trainer und Lern-Coaches die Aus- und Weiterbildung revolutionieren.“ Bots könnten sich optimal an die Lerner anpassen, gezielt helfen, die besten Lernstrategien auswählen und individuelles Feedback geben. Mit der Machine-Learning-Technologie würden sie zudem selbst aus der Interaktion mit dem Lerner lernen.

Wie perfekt das „Intent Matching“ sein kann, zeigt Jill Watson, ein Chatbot, den Ashok Goel vom Georgia Institute of Technology für seine Vorlesung über Künstliche Intelligenz programmierte und unter seine Lernassistenten schmuggelte. Jills Antworten und ihr Auftreten waren so überzeugend, dass Studenten monatelang nicht erkannten, dass es sich nicht um einen Menschen handelte. In der Regel wird es im kommerziellen Umfeld allerdings nicht dazu kommen, dass Chatbots Menschen komplett ersetzen – dies gilt auch für die Bereiche, in denen sie heute bereits häufig anzutreffen sind, wie etwa im Kundenservice, in der Auftragsabwicklung oder in Sales und Marketing.

Jenewein: „Die Entwicklung eines Chatbots ist nicht trivial. Wir sollten uns daher nicht an Beispielen aus der Science Fiction orientieren., sondern uns auf reale Use Cases mit einem klar erkennbaren ROI fokussieren.“

Jeneweins und Satows Vortrag „Chatbots als Lernbegleiter in der SAP-Weiterbildung“ ist Teil der Kongress-Sektion „Neue Horizonte: Machine Learning und Chatbots.“ Zur Einführung spricht Florian Bogner über die Funktionsweise und Gestaltung von Chatbots, Prof. Dr. Astrid Laubenheimer befasst sich mit dem „Erfolgsmodell Deep Learning“. Es moderiert Jacqueline Henning.

Diese Webseite verwendet Cookies, um dem Besucher eine bessere Surf-Qualität bieten zu können. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie auf unserer Datenschutz Seite
Ich stimme zu | Meldung schließen