15.11.2017

Menschen statt Daten: Paradigmenwechsel im Wissensmanagement

Die Ressource Wissen ist wichtiger denn je, doch ihr Management hat sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Im Fokus stehen heute die Wissensträger und ihre Kollaboration, unterstützt durch „intelligente“ Systeme.

Die aktuellen Trends sind das Thema der Sektion „Wissensmanagement 4.0“ auf dem Kongress der LEARNTEC. Prof. Dr. Klaus North moderiert und hält den einführenden Vortrag.

Im Wissensmanagement findet ein Paradigmenwechsel statt

Für den Verfasser des Standardwerks „Wissensorientierte Unternehmensführung“, mittlerweile in 6. Auflage erschienen, sind die Veränderungen im Wissensmanagement wirtschaftlich, sozial und technisch begründet: „Wir sind früher von einem stabilen Unternehmensumfeld ausgegangen. Heute passt diese statische Sicht nicht mehr. Unternehmen, die agil werden wollen, müssen akut benötigtes Wissen schnell generieren. Für die Befriedigung von Kundenbedürfnissen, die Entwicklung neuer Produkte oder die Verbesserung von Produktionsprozessen. Der Wissensmanager ist daher nicht obsolet geworden, spielt aber eine andere Rolle: Aus den Chief Knowledge Officers, den unternehmensweiten Sammlern und Verwaltern von Wissen, sind heute Community-Manager geworden, die ihren Kollegen helfen, ihr Wissen zielführend einzusetzen. Das Management von Wissen hat sich dezentralisiert und sollte Kunden und Kooperationspartner einschließen. In gewisser Weise ist auch jeder Einzelne aufgerufen, zum eigenen Wissensmanager zu werden.“

Die Zielsetzung, vorhandenes Wissen umfassend aufzuspüren und zu systematisieren, ist angesichts neuer Perspektiven in den Hintergrund getreten: „Der schnelle Veränderungsrhythmus zwingt uns, das wesentliche Wissen schnell zu identifizieren und unsere Aufräum- und Archivierungsarbeit darauf zu konzentrieren. Die Basis dafür ist, dass die Unternehmen ein Grundverständnis über das eigene Umfeld, die Strategie und die benötigten Kompetenzen schaffen und kommunizieren.“

Lernmechanismen in Gang setzen, um Wissen zu generieren, darin sieht North eine kontinuierliche Aufgabe. „Wir sollten neue Projekte von vornherein als Lernprojekte aufsetzen und Lernziele für sie definieren.“

Die technische Entwicklung wird zu weiteren Veränderungen führen: „Wir können heute schon absehen, dass immer mehr Routinetätigkeiten durch intelligente Algorithmen ersetzt werden. Assistenzsysteme können Entscheidungsfindungen in kritischen Situation, wie etwa im Krankenhaus, übernehmen, und sind selbst lernfähig. Auch sie werden zu Wissensträgern, und müssen beim Wissensmanagement einbezogen werden.“

Auf Norths Vortrag folgen zwei weitere Beiträge: Über Crowd, Connectivity und Protection spricht Prof. Dr. Ronald Maier (Universität Innsbruck), „Auch Computer brauchen Wissensmanagement“ erklärt Hans-Peter Schnurr (semedy) in seiner Präsentation.

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