18.12.2017

IKEA: Learning Design in der Praxis

Was ist "Learning Design"? Worin unterscheidet es sich von „Instructional Design“, mit dem es oft verwechselt wird, oder anderen Vorgehensweisen der klassischen Trainingsentwicklung?

Detlev Blenk, Projektleiter für die Entwicklung der IKEA Akademie für Wohnen und Einrichten, gibt am 1. Februar einen Einblick in die in seinem Unternehmen gängige Methodik.

„Das Ziel eines jeden Bildungsverantwortlichen sollte es sein, die Wirksamkeit der von ihm / ihr verantworteten Maßnahmen zu erhöhen. Ein guter Ausgangspunkt dafür ist, die Erwartungshaltung gegenüber geplanten Lernangeboten mit einer realistischen Analyse des Lernbedarfs abzugleichen.“

Learning Design in der Praxis

Die Relevanz dieser Analyse wird laut Blenk häufig unterschätzt: „Instructional Design befasst sich vor allem mit der Konzeption, Entwicklung und Evaluation einzelner, meist digitaler, Maßnahmen. Wir sollten allerdings zunächst feststellen, welche Business-Ziele wir durch eine Lernlösung erreichen wollen. Über welche Bildungsangebote verfügen wir bereits, warum haben sie nicht die erwarteten Ergebnisse gebracht und was benötigen wir für unsere aktuellen Zielsetzungen – diese Fragen sollten wir vorab beantworten können. In diesem Sinne sind Lerndesigner Berater, die die Entwicklung von Trainings in eine Analyse des Umfelds einbetten.“

Kunden in den IKEA-Niederlassungen besser beraten zu können ist ein wichtiges Geschäftsziel. Blenk: „Wir wollen, bevor wir in die Trainingsentwicklung gehen, die Kundenperspektive kennen – die Sprache der Kunden und ihre Themen. Social Media Listening kann dafür das richtige Mittel sein: Wir erfahren so, auf welchen Plattformen sich unsere Kunden über die Einrichtung ihrer Wohnungen austauschen und was ihre Topthemen sind.“

Für die Festsetzung von sinnvollen Lernzielen baut Blenk auch auf Erkenntnisse der Neurologie: „Mitarbeiter sollten eigentlich in jedem Moment für Kunden zur Verfügung stehen. Allerdings ist dies nicht immer realistisch: Es ist möglich, wenn ein Mitarbeiter etwa ein Bett wieder herrichtet, in dem ein Kunde probegelegen hat. Baut er allerdings ein Bett auf, ist diese Tätigkeit zu komplex, um auch noch alle Kunden im Blick zu haben.“

Bis August 2018 will die IKEA-Akademie über 50 Lernbausteine für die IKEA-Mitarbeiter bereitstellen. Davon sind 15 Selbstlernmodule mit Printouts für die Lerner, fünf Onlinemodule und 40 Kurztrainings in Präsenzform, die die Mitarbeiter mit einem Trainer auf der Verkaufsfläche absolvieren. In jedem Format wird ein großer Teil der Lernzeit auf Übungen und Experimente verwendet. Über die Ergebnisse sprechen die Mitarbeiter mit ihren Führungskräften.

Blenk ist noch nicht zufrieden: „An unserem Lerntransfer-Konzept arbeiten wir noch. Wir wollen schließlich sicherstellen, dass sich Mitarbeiter nicht nur Wissen aneignen, sondern das erworbene Wissen auch in die Praxis umsetzen.“

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