26.10.2017

Funktionierst du noch oder bist du schon agil?

Die Kreativität eines Start-ups mit der Stabilität eines Großunternehmens zu verschmelzen - das ist eine spannender Gedanke.

Funktionierst du noch oder bist du schon agil?
Funktionierst du noch oder bist du schon agil?

Die Einführung innovativer Methoden reicht jedoch nicht aus, um eine agile Unternehmenskultur zu entwickeln, und flexible Strukturen machen auch nicht überall Sinn. Dies sind Kernthesen des Vortrags von Elena Singer und Alena Erle am 30. Januar 2018 auf dem LEARNTEC Kongress.

Für die beiden Unternehmensberaterinnen (beide P.f.O. Beratungsgesellschaft) ist Agilität, als Anpassungs- und Innovationsfähigkeit verstanden, ein entscheidender Erfolgsfaktor: „Der Anpassungsdruck durch das von Globalisierung und Digitalisierung geprägte Umfeld zwingt Unternehmen zu Veränderungen. Hinzu kommen die Erwartungen der Generation Y, die freier und mit mehr Selbstverantwortung agieren will. Immer mehr Unternehmen denken daher darüber nach, wie sie agile Strukturen schaffen können.“

Im Idealfall verändern sich nicht nur die Strukturen, sondern auch die Grundsätze der Führung und die Verteilung der Verantwortung. „Führungskräfte werden zu Enablern, die die benötigten Resourcen beschaffen, und zu Mentoren und Moderatoren für ihr Team. Nicht sie entscheiden per Weisung, sondern die Mitarbeiter finden einen Konsens oder Experten werden zu Entscheidungsträgern. Individuen und soziale Interaktionen werden wichtiger als Prozesse, Werkzeuge und Pläne.“

Veränderungen dieser Art bedeuten einen kulturellen Wandel. „Wenn ein hohes Maß an Vertrauen und die Bereitschaft zu kontinuierlicher Kommunikation und Transparenz gegeben sind, kann diese Transformation gelingen. Wenn dagegen Unsicherheit grundsätzlich als bedrohlich gilt und Fehler nicht toleriert werden, hilft auch die punktuelle Einführung agiler Vorgehensweisen nicht.“

In der Tat gibt es bereits viele Unternehmen, in denen Mitarbeiter „Delegation Poker“ spielen oder der „Inspiration Friday“ stattfindet. Das Toolkit der agilen Methoden, das die beiden Referentinnen vorstellen werden, ist groß. Die Entwicklung eines agilen Unternehmens ist jedoch nicht ohne Einschränkungen möglich: „Die Weiterentwicklung der Organisationskultur benötigt viel Zeit und ist nicht überall gleich realistisch. Agile Strukturen sind besonders gut geeignet für Systeme mit hohem Entwicklungsanteil und nahem Kundenkontakt. In Bereichen, wo die Gestaltung von Arbeitsprozessen stark reguliert und standardisiert ist, sind sie weniger hilfreich.“

Der Vortrag eröffnet die von Erle und Singer moderierte Kongress-Sektion „Agiles Projektmanagement und Design Thinking“. In weiteren Beiträgen präsentiert Dr. Lars Förster (Aesculap) ein Praxisbeispiel aus der Medizinbranche und Dr. Tina Gruber-Mücke beschreibt den Einsatz von Design Thinking bei der Konzeption von eEducation Projekten.

Diese Webseite verwendet Cookies, um dem Besucher eine bessere Surf-Qualität bieten zu können. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie auf unserer Datenschutz Seite
Ich stimme zu | Meldung schließen