26.10.2017

Führungskultur in der digitalisierten Welt: Was passt, was funktioniert nicht

Alles wird schneller, globaler, digital, der Wettbewerbsdruck steigt: Wie können Führungskräfte in dieser Umwelt überleben? Es ist eine Frage der Einstellung, sagt Barbara Liebermeister, die am 31. Januar 2018 auf dem LEARNTEC Kongress spricht.

Führungskultur in der digitalisierten Welt: Was passt, was funktioniert nicht
Führungskultur in der digitalisierten Welt: Was passt, was funktioniert nicht

„Wir brauchen Führungskräfte, die keine Angst vor der Digitalisierung haben und ihre Mitarbeiter in die neue Welt mitnehmen. Das kann man lernen!“

Die Autorin und Leiterin des IFIDZ möchte die Maßstäbe für gute Führung nicht neu erfinden: „85 Prozent der Kompetenzen, die wir heute benötigen, stammen aus dem „analogen“ Zeitalter. Das ist das Ergebnis einer Metastudie, in der wir 30 Studien der vergangenen Jahre ausgewertet und daraus ein Kompetenz-Ranking für heutige Führungskräfte abgeleitet haben. Das Ergebnis ist sowohl spannend als auch irritierend: Spannend im Hinblick auf die Top-10-Nennungen und irritierend, weil einige Kompetenzen im Vergleich zu ihrer Präsenz in Expertenkreisen nur selten erwähnt wurden.“

Als wichtigste Qualität von Führungskräften steht mit großem Abstand Kommunikationsfähigkeit an erster Stelle: Sie kann als Meta-Kompetenz des digitalen Zeitalters gelten. Unter den Top-Ten sind allerdings auch vier, die mit der digitalen Transformation direkt zu tun haben: Hierarchie verlernen, Medienkompetenz, Transparenz und Vernetzungsfähigkeit. Überraschenderweise tauchen dagegen Silicon-Valley-Kompetenzen wie Agilität, disruptives Denken, Experimentierfreude und Risikobereitschaft, nur selten oder gar nicht auf.

Liebermeister: „Die Anforderungen an Führungskräfte sind heute nicht unbedingt höher und es haben sich nicht alle Führungsgrundsätze gewandelt. Aber der digitale Wandel zeigt Führungsschwächen schonungslos auf. Führungskräfte müssen keinen eigenen Instagram-Account haben, aber sie müssen die Kommunikationskanäle und sozialen Plattform der Generation Y verstehen. Allein darin liegt eine Form der Wertschätzung. Wertschätzend handeln und vernetzt denken – das erwarten junge Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten. Bei der Auswahl von Führungskräften sollten wir daher weniger auf die Fachexpertise und mehr auf ihre menschlichen Fähigkeiten achten.“

Was Vernetzung bedeutet, muss nicht erklärt werden. Wie sich Wertschätzung heute im Handeln der Führungsmannschaft zeigt, wird Liebermeister in ihrem Vortrag darstellen. Er ist Teil der Kongress-Sektion zu „Digital Leadership“, in der sich die weiteren Beiträge von Prof. Dr. Dietmar Treichel und Christian Böhler mit „Agiler Kompetenz im digitalen Zeitalter“ bzw. „Mutmacher digitale Transformation“ befassen.

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