15.11.2018

Mehr als Bitcoin: Die Blockchain in der Welt des Lernens

Wer Blockchain hört, denkt erst mal an Kryptowährungen wie Bitcoin. Doch auch für Bildung und Lernen bietet die Technologie ein enormes Potenzial. Einige Universitäten und Bildungsinstitutionen haben bereits eigene Blockchain-Projekte am Start.

Die Blockchain ist eine universell einsetzbare und hochsichere Technologie, mit der sich Daten speichern und Transaktionen abwickeln lassen. Eine zentrale Kontrollinstanz wie etwa einen Server gibt es dabei nicht. Es handelt sich vielmehr um ein dezentrales Datenbank-Netzwerk, bei dem sich Dateneinheiten sicher und transparent an bestehende Informationen anhängen lassen – bei der Kryptowährung Bitcoin werden so Verkäufe dokumentiert. Jeder neue Dateneintrag wird gegen Manipulationen gesichert.

Die Vorteile der Blockchain

Eine mögliche Anwendung im Bereich der Bildung besteht in der Speicherung der eigenen Qualifikationen. Denn mit Hilfe der Blockchain kann jeder seine Zeugnisse, Fortbildungsbestätigungen oder Diplome im eigenen digitalen Portfolio sammeln und bei Bedarf darauf zugreifen – etwa, um Teile daraus bei einer Bewerbung zu präsentieren. Das lästige Kopieren von Originalzeugnissen entfällt, es genügt der Verweis auf den zertifizierten Blockchain-Eintrag.

Diese naheliegende Nutzung der Technologie ist aber nur der erste Schritt. Blockchain-Anwendungen im Bildungsbereich „befinden sich noch im Anfangsstadium, nehmen aber schnell an Fahrt auf“, so die Autoren Alexander Grech und Anthony F. Camilleri in einer ausführlichen Studie für die EU-Kommission, die belegt, dass auch die Politik das Potenzial der Blockchain erkannt hat.

Blockchain

Universitäten zählen zu den Blockchain-Pionieren

Die beiden Forscher führen in ihrer Studie auch Bildungseinrichtungen auf, die bereits mit der Blockchain arbeiten. Dazu zählt das renommierte MIT Media Lab in den USA, das den offenen Standard Blockcerts nutzt, um Zertifikate an Studenten auszugeben. Die University of Nicosia (UNIC) auf Zypern zählt ebenfalls zu den Vorreitern. Sie akzeptiert Bitcoin als Zahlungsmittel, bietet einen Abschluss als „Master of Science in Digital Currency“ an und postet akademische Zertifikate auf der Blockchain-Plattform. Weitere Beispiele aus der Wirtschaft ließen sich auch auf Bildungseinrichtungen übertragen. So nutzt der japanische Elektronikonzern Sony nach eigenen Angaben schon seit 2016 eine Inhouse-Blockchain-Plattform. Das Münchner Unternehmen Bernstein Technologies GmbH verwendet die Technologie, um geistiges Eigentum zu schützen. Patente, Designs oder Forschungsergebnisse lassen sich in der Blockchain sicher registrieren und zertifizieren, ohne dabei ihren Inhalt im Detail preiszugeben.

Mehr darüber, wie die Blockchain die Welt des Lernens und der Bildung verändert, erfahren Sie auf dem Kongress der LEARNTEC 2019: im Vortrag „Blockchain in Education“ der beiden Studienautoren Alexander Grech und Anthony F. Camilleri, am 31. Januar von 10.45 bis 11.30 Uhr im Messe Konferenz Center (Konferenzraum 8/9).

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