13.12.2018

Like oder Dislike: Soziale Bedürfnisse motivieren uns zum Lernen

Ankommen oder anecken, andere verstehen oder missverstehen, Erfolg oder Misserfolg – das Sozialleben ist für alle Menschen ein bedeutender Motivator. Wie sich unsere Brainware dadurch zum Lernen anspornen lässt, schildert die Forscherin Franca Parianen auf der LEARNTEC 2019.

Franca Parianen

Welche Bedürfnisse wollen wir befriedigen, was treibt uns an, woher kommt unsere Motivation, warum geben wir manchmal auf? In ihrem Vortrag „83 Milliarden Neuronen gefällt das. Die Antriebskräfte unseres Gehirns verstehen und nutzen“ beleuchtet die Sozial- und Neurowissenschaftlerin Franca Parianen diese Fragen unter dem Aspekt des Soziallebens. Schließlich ist der Mensch in seinen Ursprüngen ein soziales Wesen – auch wenn er sich noch so viel Mühe gibt, das zu verbergen, wie Parianen augenzwinkernd anmerkt. Deshalb ist das Sozialleben eine entscheidende Antriebskraft für unser Tun und Handeln.

Lernen als soziale Überlebensmotivation

Ohne ein Miteinander klappt es im Leben nicht, und diese Tatsache wirkt sich intensiv aufs Lernen aus. Einen Großteil unserer Fähigkeiten eignen wir uns an, um mit anderen zurechtzukommen und mit ihnen Schritt zu halten. Von Geburt an versuchen wir, die Handlungen unserer Mitmenschen zu verstehen und suchen ihre Bestätigung, um zu wissen, was richtig ist. „Und deshalb machen wir auch den blödesten Gesichtsausdruck nach, weil er ja möglicherweise wichtig sein könnte", erläutert Parianen, die am Helmholtz Institut der Universität Utrecht die Grundlagen menschlichen Verhaltens auf der Ebene der Neuronen und Hormone erforscht. Bedenkt man diese starke Motivation und andere Antriebskräfte, lassen sich viele Phänomene weitaus besser verstehen, vom Sinn (und Unsinn) sozialer Belohnungen bis zur Enttäuschung, von der „Weisheit der Vielen“ bis zur Schwarmdummheit.

Die Umsetzung gelingt auch im digitalen Raum

Diese Erkenntnisse gelten selbstverständlich auch für das digitale Lernen. Die menschlichen Bedürfnisse und die sozialen Antriebskräfte, die unsere Lernmotivation und unser Lernverhalten zu einem großen Teil bestimmen sind hier ebenfalls aktiv. Daraus ergeben sich Chancen und Risiken zugleich. Wie viele dieser Antriebskräfte können wir in den digitalen Raum mitnehmen, und welche können wir dort vielleicht sogar besser ansprechen? Auf dieser Grundlage lässt sich zum Beispiel das ideale Lernniveau ermitteln, damit wir nicht das Handtuch werfen. Oder das perfekte Ausmaß sozialer Bestätigung, damit wir ein Kapitel abschließen. Oder die Frage beantworten, warum „Likes“ beim Lernen wichtig, aber trotzdem nicht alles sind.

Mehr über die Rolle der sozial begründeten Motivation im Bereich des digitalen Lernens erfahren Sie auf dem LEARNTEC Kongress. Franca Parianen hält ihren Vortrag „83 Milliarden Neuronen gefällt das. Die Antriebskräfte unseres Gehirns verstehen und nutzen“ am Donnerstag, 31. Januar 2019, um 9.30 Uhr im Konferenzsaal.

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