18.01.2018

Digitales Lernen im Handwerk: Stand und Perspektiven

Digitalisierung im Handwerk ist nicht mehr nur Zukunftsmusik, sondern bereits in vielen Handwerksbetrieben gegenwärtig.

Digitale Vernetzung und Datenaustausch sind schon längst Teil des Alltags – Tablets und Smartphones sind gängige „Werkzeuge“. Zu den Aussichten des Onlinelernens im Handwerk hält Joachim Hamburger am 31. Januar einen Vortrag auf dem Kongress der LEARNTEC.

Digitales Lernen im Handwerk: Stand und Perspektiven

Knapp eine Million Handwerksbetriebe mit mehr als 5,4 Mio. Beschäftigten (ZDH.de) gibt es in Deutschland. Für ihre Weiterbildung und die überbetriebliche Lehrlingsausbildung sorgen die 53 Handwerkskammern, von denen die meisten große Bildungszentren errichtet haben. Hier vermitteln in der Regel freie Dozenten in Präsenzveranstaltungen ihr Wissen. E-Learning-Formate finden erst nach und nach Eingang in das Aus- und Fortbildungsportfolio, vor allem bei fachlich-technischen Ausbildungsthemen. Hier gibt es Lerninhalte, die mittels digitaler Formate deutlich praxisnaher vermittelt werden können. Dies ist beispielsweise bei der Ausbildung zum Mechatroniker oder Elektrotechniker der Fall. Wie Schaltkreise funktionieren, lässt sich unter anderem am besten mithilfe von Augmented Reality verstehen.

Joachim Hamburger, Geschäftsführer des Instituts für Technik der Betriebsführung, einer Forschungseinrichtung des Handwerks, sieht einen Wandel voraus: „Die Ausweitung digitaler Angebote, etwa zu betriebswirtschaftlichen Themen, ist nicht nur wünschenswert, sondern geradezu essentiell für die zukünftigen Führungskräfte im Handwerk.“

Der steigende Bedarf an digitalen Lernlösungen zeigt sich auch da, wo es bundeseinheitliche Ausbildungsstandards gibt. Dies ist etwa für den „Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung“ und den „Geprüften kaufmännischen Fachwirt“ im Handwerk sowie für die Meisterausbildung der Fall.

Um die digitale Weiterbildung voranzubringen, erhofft sich Hamburger eine andere Einstellung der Handelnden: „Lernende können sich nicht mehr nur als passive Konsumenten verstehen. Dozenten, die zum Teil noch mit Overhead-Projektoren arbeiten, können leicht ihr Seminar aufwerten, indem sie die in den Bildungseinrichtungen durchaus vorhandenen digitalen Medien, z. B. das Smartboard nutzen. Nicht nur die Teilnehmer, sondern in gleichem Maße die Dozenten und Lehrkräfte benötigen Medienkompetenz und letztendlich auch die Bildungsanbieter, die die E-Learning-Lehrgänge konzipieren sollen. Von der reinen Technikorientierung müssen wir uns verabschieden: Wir benötigen eine Synchronisation in der Bereitstellung der Technik und der Entwicklung der Medienkompetenzen.“

Joachim Hamburger spricht am 31. Januar in der Kongress-Sektion „E-Learning für den Mittelstand“. In den weiteren Vorträgen von Diether Hils und Thomas Schwenck geht es um E-Learning im Metallhandwerk bzw. um hogafit, ein E-Learning-Portal für das Gaststättengewerbe.

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