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Wer sind die Net Geners?


Prof. Dr. Rolf Schulmeister


Didaktik 1 - 29.01.2008, 14:30 - 17:00 Uhr
Messe Karlsruhe - Konferenzebene

myLEARNTEC 29.01.2008   16:00-16:30

Man nennt sie Net Geners, Digital Natives, Millenials, Multitaskers, generation@ oder Net Generation. Am neutralsten sind noch Bezeichnungen wie digitally literate students oder technology-savvy students. Gemeint sind die jetzt und demnächst auf die Hochschulen zukommenden Studierenden-Jahrgänge. Die früheren Generationen haben bei US-Forschern ähnlich blumige Namen: Die Matures (1900-1946), die Baby Boomers (1946-1964), Generation X (1965-1982) und die Net Generation (1983-1991). Ein vom Ehepaar Oblinger herausgegebener Band zu diesem Thema regt mich zu einigen Fragen und Überlegungen an.

Ideologische Zuschreibungen für das, was weitsichtige Schreiber wie Prensky, Oblinger & Oblinger, Howe & Strauss unter Net Generation verstehen, deren Elterngeneration als digitale Immigranten betrachtet wird, finden sich massenhaft. Harmlos sind noch Attribuierungen der folgenden Art: Net Geners sind vertraut mit
Computern, sie seien ausgesprochen optimistisch, hätten Lust und Interesse an Kommunikation und Computerspielen. Weniger harmlos hingegen sind – durch keine gründliche Untersuchung belegten Zuschreibungen – wie: Net Geners ziehen
Gruppenarbeit vor, präferieren Lernen durch Tun, induktives entdeckendes
Lernen, bebildertes Lernmaterial, Interaktivität, Leistungsorientierung, sie sind emotional offen und zeigen ihre Gefühle, visuelle Lerner, offen für Diversität, verfügen nur über kurze Aufmerksamkeitsspannen.

Die Literatur über Net Geners verfährt nach dem Motto: „Are you interested in
knowing how Net Geners learn? Let me illustrate using my friends, me, and my
grandfather.“ Nur wenige Studien haben ihre Daten empirisch gewonnen. Aus ihnen Studie gehen für mich andere Erkenntnisse hervor:
z.B. die Beobachtung, dass die Studierenden – befragt nach dem Gewicht des Medieneinsatzes in der Lehre – einen moderaten Medieneinsatz vorzieht,
die Präsenzlehre schätzt und eine Vorliebe für Professoren zeigt, die engagiert Unterricht machen, begeistert ihre Forschung präsentieren und als Modell für die Studierenden taugen. Ist die NetGeneration noch ante portas? Oder falsch beschrieben?

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